MAROKKO TEIL 1

Ankunft in Tanger Med Marokko 18.12.2018

Nach 90 Minuten fahren wir auf afrikanischen Boden.

Immer wieder werden unsere Pässe kontrolliert und dann kommen wir zur Zollkontrolle.

Nachdem wir im Internet immer wieder gelesen haben wie mühsam die Zollkontrollen hier sind stellen wir uns auf eine längere Sache ein.

Wie immer in unbekannten Ländern mache ich einfach dasselbe wie die Anderen.

Hier werden ein paar Autos durch die Schranke gelassen, dann steigt man aus und geht mit den Pässen, dem Fahrzeugausweis und dem Autozettel ,den man mit dem Ticket bei "Carlos" bekommt, zu einem Zöllner der irgendwo herumsteht.

Er ist im Moment damit beschäftigt die Autos von verschiedenen Spaniern auszuräumen und mir schwand schlimmes.

Wenn der unseren ganzen Bus ausräumen will stehen wir morgen noch da.

Nun gut, cool bleiben und lächeln.

Jetzt sind wir an der Reihe und der Zöllner fragt mich ob wir eine Drohne haben, dies kann ich ja nun mit gutem Gewissen verneinen auf die Frage ob wir "arms" dabei haben weiss ich keine Antwort da ich das Wort nicht verstehe. Statt zu antworten sage ich ihm dass wir Hunde dabei haben aber das und die Ausweise scheinen ihn nicht zu interessieren.

Nun kommt der Bus an die Reihe, er öffnet die Fahrertür und schaut sich um, die wie blöd bellenden Hunde und Yves begrüsst er freundlich und das war es dann auch schon.

Er sagt mir ich solle noch auf die Wagenpapiere warten und geht erst mal zu seinen Kollegen für einen kurzen Schwatz.

Während der Wartezeit schaue ich kurz nach was "arms" heisst. 

"Arms" heisst Waffen,nun verstehe ich auch weshalb er gelacht hat als ich von Waffen auf Hunde gewechselt habe. 

Als der Zöllner zurückkommt sage ich ihm dass ich jetzt weiss was das heisst und dass wir keine "arms" dabei haben. Er lacht herzhaft, drückt mir die Papiere in die Hand und sagt wir können weiterfahren.

Die Zollkontrolle hat somit gerade mal 20 Minuten gedauert und dass wir offenbar Glück hatten wird uns so richtig bewusst als uns auf dem Parkplatz nach dem Zoll ein Berner erzählt dass er am gestrigen Tag 3,5 Stunden für die Kontrolle gebraucht hat.

 

Dass in Marokko alles etwas anders läuft erfahren wir schon als wir Geld beziehen wollen.

Von vier Bankomaten sind drei defekt und beim Vierten können wir gerade mal 2000 Dirahm beziehen. Das sind etwa 200 Schweizer Franken.

Später erfahren wir dass defekte Bankomaten normal sind und wir besser in Europa Geld abgehoben hätten den Wechselstuben gibt es wie Sand am Meer.

Asilah  18.12.2018

 

Nachdem wir im Marjane, einem grossen Einkaufszentrum eingekauft und eine Sim-Karte gehohlt haben fahren wir zum Camping Saada in Asilah.

Die Toiletten sind nicht zu gebrauchen und in der auch sehr schmutzigen Dusche gibt es nur kaltes Wasser. Der Platz ist aber super gelegen um einen Rundgang durch die Medina zu machen.

Die Medina ist genau so wie wir es uns vorgestellt haben.

Enge Gassen, farbenfrohe, kleine Geschäfte und ein Gewusel von Menschen.

Sie liegt inmitten der Stadtmauern und ist nicht besonders gross aber genau das macht ihren Charme aus.

Plötzlich stehen wir inmitten von Kindern die, im Gegensatz zu den Erwachsenen, offenbar nicht so grosse Angst vor den Hunden haben.

Für sie ist es eine Art Mutprobe Mia und Spella anzufassen. Vor allem Mia steht hoch im Kurs. Sie ist absolut nicht gestresst und findet auch die fünfzigste Berührung noch total in Ordnung auch das Gekreische lässt sie kalt.

Spella hingegen findet das Getue mühsam und versteckt sich lieber hinter meinen Beinen.

Bei einem kleinen Geschäft versucht uns der Chef zu helfen und schickt die Kinder weg. 

Hinter der nächsten Ecke sind sie aber schon wieder da und das Spiel beginnt von neuem.

Um die Hunde nicht zu fest zu stressen verlassen wir die Medina und machen uns aufden Rückweg zum Camping.

 

 

Schiesserei in der Nacht

 

Nach diesem sehr ereignissreichen Tag fallen wir um 21.00 todmüde ins Bett und freuen uns auf eine ruhige Nacht.

Dass daraus nicht wird ist uns schon eine halbe Stunde später klar.

Um ca. 21.30 beginnt jemand mit einer Kalaschnikow herumzuballern. Erst nur einzelne Schüsse und dann ganze Gewehrsalven.

Mia zittert am ganzen Körper und hechelt wie verrückt, da ist an Schlaf nicht zu denken. Spella hat sich offenbar an das Knallen gewöhnt und schläft gemütlich.

Am Morgen als der Muezzin zum Gebet ruft ist der Spuck vorbei und wir bekommen doch noch eine Mütze Schlaf.

 

 

Einkaufstour Medina

 

Nachdem wir gestern so von Kindern belagert und von Katzen angegriffen wurden mache ich mich heute alleine auf den Weg in die Medina.

Ich möchte mir ein langes Kleid kaufen da vor allem im Süden eine züchtige Bekleidung angesagt ist und ich finden dass man sich anpassen sollte. 

Leider sind die meisten Geschäfte zwar offen aber sie verkaufen noch nichts.

Da ich keine Ahnung habe wie das hier abläuft gehe ich zu dem netten jungen Mann der am Vortag die Kinder weggeschickt hat.

Sein Name ist Sahid und er offeriert mir einen sehr süssen Minztee der hervorragend schmeckt.

Auf meine Fragen gibt er sehr nett Auskunft und ich erfahre dass die Geschäfte für Kleidung erst um 14.30 öffnen und dass ich die Bananen die Yves möchte oben auf dem Markt finde. Angesprochen auf die Schiesserei lacht er und sagt das sei nicht gefährlich, da hätten wahrscheinlich Jugendliche auf Ratten geschossen.

Ob das wirklich so ist bezweifle ich ein wenig aber ich gebe mich mit der Antwort zufrieden.

Auf dem Markt will ich gerade meine Bananen bezahlen als eine alte Frau den Verkäufer wegen des zu hohen Preises den ich bezahlen soll anmeckert und ich plötzlich nur noch 6 Dirahm, 60 Rappen, statt der vorher geforderten 12 Dirahm, 1.20.- bezahle.

Ich schlendere gemütlich durch die Gasse als plötzlich ein Hühnerkopf und dann das dazu passende Huhn an mir vorbeifliegt.

Ich erschrecke mich zu Tode und die jungen Typen, die dass natürlich mit Absicht gemacht haben, lachen sich den Bauch voll.

Nicht gerade freundlich, aber wir haben uns im Städtchen Murten auch den ein oder anderen Scherz mit den Touristen erlaubt.

Ganz abgesehen davon ist es super wie freundlich die Bevölkerung Fremden gegenüber ist.

Ich fühle mich schon jetzt in Marokko sehr wohl und geniesse es alleine durch die Stadt zu bummeln.

Moulay Bousselham 19.12.2018-21.12.2018

 

 

Da wir Mia und uns eine erholsamere zweite Nacht in Marokko wünschen verlassen wir Asilah und fahren weiter zum Camping in Moulay Bousselham.

Der Camping liegt in einer Lagune,mitten auf einer Wiese mit vielen Tieren und Bäumen.

Wunderschön gelegen und die Wiese ist sehr sauber, der Abfall wird zwei Mal am Tag weggeräumt,leider sind die Sanitäranlagen sehr renovationsbedürftig und sollten dringend geputzt werden.

Yves hat zumindest das Glück warm zu duschen, ich hingegen dusche wieder einmal kalt.

Na ja,warme Duschen sind nicht gut für die Haut und werden total überbewertet.

 

Das Dorf ist nicht sehr sehenswert und eigentlich schnell erkundet.

Wirklich sehenswert ist die Lagune und alle paar Meter wird uns eine Bootstour angeboten.

Wir verzichten darauf da Spella kleine Boote nicht mag.

 

 

Lina

Bei unserem ersten Spaziergang lernen wir Lina kennen. Sie ist ein süsses fast

13-jähriges Mädchen, sie hat am nächsten Tag Geburtstag, sie ist total begeistert von Spella und traut sich sogar sie zu streicheln.

Sie zeigt uns wo sie wohnt und lädt uns zu ihrem Geburtstagsfest ein.

In Marokko ist es offenbar normal auch fremde Leute zu einer Tajine einzuladen.

Leider muss ich schweren Herzens am nächsten Tag die Einladung absagen da sich Yves nicht so gut fühlt und lieber einen Tag im Bett bleibt.

Auf der Suche nach Kartoffeln

Wie schon geschrieben will Yves heute im Bett bleiben also mache ich mich alleine auf den Weg und spaziere in die Stadt um Kartoffeln für "Gschwellti" zu holen.

Wie ich bald feststelle ist das gar nicht so einfach.

Nach einer Stunde suchen,bei gefühlten 28 Grad in der Sonne, frage ich einen jungen Mandarinenverkäufer der auch sofort mit mir auf den Markt kommt und mir noch einen sehr guten Preis von 8 Dirahm, 80 Rappen, für 2,5 kg Kartoffeln aushandelt.

Ich hätte den Markt nie alleine gefunden, er liegt ganz hinten in einer Gasse im Keller.

Es ist stickig und dunkel aber die Auswahl an Gemüse und Früchten ist fantastisch.

Im Internet habe ich gelesen dass hier ein Bakschisch, Trinkgeld, erwartet wird wenn jemand behilflich ist aber schon zum dritten Mal wird mein Geld mit einem "Gerne geschehn" und einem Lächeln abgelehnt. 

Kenitra 21.12.2018

Nach einem faulen Tag wollen wir nach Kenitra aber nachdem die ganze Stadt aus einer riesigen Baustelle besteht und der Strand total verschmutzt ist sind wir uns sofort einig weiter zu fahren.

Am Strand beobachten wir aber vorher noch die Krabbenfischer, die mit dreieckigen Körben im Wasser stehen und gegen die Wellen ankämpfend die Körbe immer wieder durch den Sand ziehen.

Eine sicher sehr schweisstreibende Arbeit. 

Ben Slimane 21.12.2018-26.12.2018

Unser nächster Stopp ist der Camping Ocean Bleu in Ben Slimane, ca. 30 km vor Casablanca.

Der Camping ist sauber und sogar die sanitären Anlagen sind nicht schlecht.

Leider ist auch hier ausserhalb des Camping alles total verschmutzt, die Bauten fallen zusammen und auch der Strand ist zum spielen mit den Hunden nicht zu gebrauchen.

Casablanca 24.12.2018

Kleiner Service, die Dritte, Teil 1

Da wir ja den Service in Portugal und Spanien nicht machen konnten versuchen wir unser Glück jetzt in der VW-Garage in Casablanca.

Die Garage ist riesig, macht äusserlich einen guten Eindruck und überall steht Reception.

Ich versuche es zuerst bei der Reception de Service. Naheliegend finde ich, aber der ältere Herr erklärt mir dass ich nicht einfach in die Garage gehen kann sondern mich erst im anderen Gebäude anmelden muss.

Okay, kein Problem, nur leider sind hier fünf Büros mit Reception angeschrieben. Ich stelle mich einfach irgendwo an und warte. Nach fünf Minuten kommt ein Mann und auf meine Frage nach dem Service schickt er mich in ein anderes Büro. Hier sagt mir die Dame dass unser Bus zu alt sei und sie wahrscheinlich keinen Filter haben.

Dann schickt sie mich zurück zur Reception de Service.

Der Securitas erklärt mir erneut dass ich hier nicht einfach hinein darf, aber diesmal lasse ich mich nicht wegschicken und beharren darauf mit einem Mechaniker zu sprechen.

Noch ein kurzes Murren seinerseits und ich bin drin.

Der Mechaniker schaut sich die Fahrzeugpapiere genau an und läuft davon.

Mmh, ja gut, ich bleibe einfach stehen und warte.

Warten ist hier wohl sowieso die Hauptbeschäftigung.

Nach 15 Minuten kommt der Herr zurück um mir mitzuteilen dass er nichts machen kann und wir zum Bosch Service-Center fahren sollen, vielleicht können die helfen.

Kein und sonst kommen sie zurück und wir schauen oder so.

Ziemlich frustriert gehe ich zum Bus zurück und unsere anfängliche Euphorie ist für den Moment verflogen.

Kleiner Service, die Dritte, Teil 2

Neue Garage, neues Glück, nach diesem Motto marschiere ich ins Bosch Service-Center dass in einer kleinen Gasse liegt und ziemlich unspektakulär aussieht.

Die junge Frau an der Reception ist zumindest schon mal sehr nett. Sie hört sich mein Anliegen an und sucht eine Weile im Computer.

Nein, einen solchen Filter haben sie nicht an Lager aber ich soll trotzdem den Bus holen.

Ich habe keine Ahnung ob sie nur schauen wollen ob es wirklich diesen Filter brauchen oder nicht oder ob sie doch noch einen solchen Filter auftreiben können.

Jedenfalls sind alle sehr nett und engagiert.

Der Chef kommt zum Bus, schaut sich den Motor an und schon gibt er Anweisung das Öl abzulassen und den Filter zu entfernen.

Ein junger Mechaniker macht sich mitten auf der Strasse sofort ans Werk und auf meine Frage ob sie den einen passenden Filter haben antwortet der Chef nur sie seien am suchen.

Na gut, auch eine Möglichkeit, einfach mal anfangen und irgendwie passt das dann schon.

Wir tun das wass wir in der Zwischenzeit am Besten können, wir stehen herum und warten.

Kaum zu glauben, nach 30 Minuten kommt ein Mofakurier von Bosch mit unserem Filter und nach ca. 1 Stunde ist der Service inklusiv Luftfilter ausblasen und Bezinschlauch ersetzen gemacht.

Auf Befehl der Receptionistin werden noch Licht, Luftdruck, Profil, Alter der Reifen und der Unterboden kontrolliert.

Der Chef kontrolliert alles noch einmal und ist zufrieden.

Wir sind total begeistert so schnell kann ein Service gehen wenn man will.

Die Rechnung ist dann noch das Sahnehäubchen.

Wir bezahlen 473,83 Dirahm, das sind gerade mal knapp 48.- Schweizer Franken.

Ich gebe dem Mechaniker noch ein, wie die Receptinistin meint, viel zu hohes Trinkgeld von umgerechnet 2.50 und er strahlt mindestens genau so wie wir.

Uns hat das ganze Theater mit unserem Service wieder einmal bewiesen, nicht auf die äussere Verpackung kommt es an, sondern viel mehr auf den guten Willen der Menschen.

Die Medina von Casablanca ist sehr geteilt. Im Touristenteil ist es sauber und aufgeräumt. Leider hat es hier aber vorwiegend billigen Touristennippes. Im Einheimischenteil ist es dagegen so schmutzig dass wir nach ein paar Metern umkehren, es ist uns für die Hunde zu gefährlich. Gerade bei Mia weiss man nie was sie alles zusammen frisst.

Vor lauter Aufregung wegen des Services haben wir leider die Kameras im Auto vergessen.

Auf dem Rückweg zum Camping sehen wir noch die riesige Moschee von Casablanca und die Strandpromenade. Sicher etwas was man sich ansehen sollte wenn man in Casablanca ist.

Wir sind aber nach den ganzen Aufregungen des Tages zu müde und brauchen auch etwas frische Luft.

Als Luftkurort ist Casablanca definitiv nicht Karriere machen.

Casablanca Ikea 25.12.2018

 

Auf unserer Fahrt nach Casablanca haben wir gestern ein Ikea entdeckt und müssen es uns natürlich ansehen.

Die Möbel sind dieselben wie in jedem anderen Land, nur sind sie hier, im Vergleich zu den einheimischen Möbelhäusern für die Bevölkerung recht teuer.

Den Unterschied in den verschiedenen Ländern sieht man eigentlich nur beim Essen.

In Marokko gibt es leckeres europäisches Frühstück, mit Rührei, Würstchen, einem Brötchen, einem Schokoladenbrötchen, Orangensaft und Tee für gerade mal 2.30 Fr.

Zum Mittagessen gäbe es Tajine, glasiertes Sesamhühnchen mit Reis, Couscous und die üblichen Köttbular.

Leider sind wir schon um 11.00 hier und da hier spät zu Mittag gegessen wird begnügen wir uns mit einem Frühstück das wir auf dem Balkon geniessen können.

Nach der Kasse gibt es die traditionellen Hot-Dog, die aber für marokkanische Verhältnisse, mit 1 Fr. recht teuer sind.

Wir verzichten darauf und gehen mit unseren Einkäufen, wieso kommt man eigentlich nie mit leeren Taschen aus diesem Laden raus ?, zum Bus.

Casablanca-Essaouira 27.12.2018

Weiter geht unsere Reise nach Essaouira.

Die Landschaft wird immer schöner und auch die kleinen Dörfer die wir durchfahren haben ihren eigenen Charme. Sie sind zwar schmutzig und überall herrscht ziemliches Chaos aber das Leben dass sich abspielt hat etwas einzigartiges. Überall sind Menschen auf skurrilen Gefährten, die von Pferden oder Eseln gezogen werden, unterwegs, manche mit grossen Lasten gefüllt, manche transportieren ganze Familien und ab und zu reitet ein Junge auf dem Esel zur Schule.Bei diesen Strassen sicher die bessere Variante als ein Fahrrad.

Sicher müssen die Tiere schwer arbeiten und der Tierschutz wird an vielen Stellen nicht eingehalten aber ich denke die meisten Tiere führen doch ein besseres Leben als in Europa in der Massentierhaltung oder als Spielobjekt für Menschen die ihr Tier nur bei schönem Wetter ausführen.

Überall am Strassenrand sieht man Frauen und Männer mit ihren Schafherden auf der Suche nach saftigem Gras.

Eine Frau spaziert gemütlich mit ihrer Kuh an der Leine den Weg entlang. Wieso auch nicht ? Manche gehen mit dem Hund spazieren - sie eben mit der Kuh. 

Camping Espirit Nature Essaouira 27.12.2018-2.1.2019

Nach dieser schönen aber langen Reise sind wir froh den Campingplatz erreicht zu haben.

Der Platz ist super schön gepflegt und das Beste, die Sanitäranlagen sind sauber und es hat warme Duschen !

Der Platz liegt ca. 18 km oberhalb der Stadt Essaouira und ist absolut zu empfehlen wenn man mal aus dem Trubel raus will und einfach die Natur geniessen mag.

Essaouira 1.1.2019

Essaouira, ist eine kleine Küstenstadt am Atlantik. Ihre Medina gehört,völlig zu recht, zum UNESCO Kulturerbe.

Die Gründung des Hafens und des Umschlagplatzes gehen auf die Jahre um 400-500 v. Chr. zurück. Die Gründung der Stadt selbst war wahrscheinlich im 18. Jahrhundert.

Essaouira wird auch "Windy City" genannt weil fast während des ganzen Jahres ein starker Wind vom Atlantik weht.

Die Einen sagen dass der Wind einem verrückt macht, die Anderen, vor allem die Wind-und Kitesurfer lieben ihn weil stets gut Windverhältnisse herrschen.

Bei unserem Besuch ist es so heiss und windstill dass wir den Wind beinahe herbeisehnen.

optisch wirkt Essaouira nicht wie andere marokkanische Städte. Blau und weiss bemalte Häuser lassen deutlich den portugiesischen Einfluss erkennen. Auch die komplett erhaltene Altstadt hat eine stark andalusische Prägung.

Blaue Türen, Fenster und andere bauliche Details, sowie die blauen Fischerboote prägen das Stadtbild.

 

Was uns sofort ins Auge fällt ist die Sauberkeit der Medina und Hunderte von Katzen.

Sie sind überall und dürfen es sich auch auf den Waren der Händler, den Tischen in den Cafes und den Ladentheken gemütlich machen.

Da die Katzen offenbar gar keine Angst vor Hunden haben und ihr Revier verteidigen müssen wir mit den Hunden immer auf der Hut sein und einen grossen Bogen um die fauchenden "Bestien" machen.

Ansonsten sind sie aber sehr lieb und freuen sich über ein paar Streicheleinheiten.

 

Wir fühle uns hier sehr wohl, man kann gemütlich durch die vielen Gassen flanieren und sich treiben lassen. Die Verkäufer sind nicht so aufdringlich wie in anderen Städten und wir lernen sehr nette Menschen kennen.

In einer "Berber-Kräuterapotheke" lernen wir wie der gesunde Berbertee zusammengestellt wird und dass man den üblichen Tee aus Gunpowder und frischer Minze, der überall getrunken wird, nur in Massen geniessen sollte da er sehr aufwühlend wirkt und wir als Europäer das nicht so gut vertragen.

In einem kleinen Laden lernen wir Mohammed kennen.

Er spricht sehr gut deutsch und präsentiert uns stolz das Fotobuch, dass ein Berner für ihn angefertigt hat und die unzähligen Sprachnachrichten von seinen deutschsprachigen Freunden.

Wir trinken Tee zusammen und er erzählt uns die Geschichte der verschiedenen Kreuze des Südens und manches mehr über die Berberkultur.

Seine Familie lebt immer noch in der Nähe der Wüste und er fährt alle zwei Monate für einen Monat zu ihnen.

Das Leben in der Stadt ist zu teuer, schon ein 1-Zimmerappartement kostet 3000 Dirahm und die Ladenmiete 6000 Dirahm.

Er kann sich zum Glück die Kosten mit einem Freund teilen sonst wären die Einnahmen des kleinen Geschäftes zu wenig. 

Wir hoffen ihn vor der Wüste wieder zu treffen und auch seine Familie bei einer Tajine kennen zu lernen.

Essaouira ist auf jeden Fall einen Besuch wert und wer kann sollte ein paar Tage einrechnen.

Bei der Rückfahrt zum Camping machen wir einen unfreiwilligen Zwischenstopp da sich ein paar Kamele mitten auf der Strasse etwas ausruhen müssen.

Essaouira-Aourir 2.1.2019

Nach unserer Pause in Essaouira wollen wir weiter und fahren nach Tiznit.

Die Gegend die wir durchqueren ist wunderschön und wir sind begeistert von der Vielfältigkeit dieses Landes.

Liebliche, grüne Felder wechseln sich mit kargen, steinigen Gebieten ab und immer wieder erhaschen wir einen Blick auf den tobenden Ozean.

Sobald ein Dorf oder eine Stadt in Sichtweite ist, ist das Meer voller Surfer die die Wellen geniessen.

Das Hinterland ist hingegen schwach besiedelt und in dieser unwirtlichen Gegend sieht man höchstens Schafhirte und kleine Häuseransammlungen. 

Wir machen einen kurzen Stopp auf dem Camping in Aourir und nach einer Einkaufstour in Agadir geht unsere Reise weiter nach Tiznit.

Wer braucht schon einen Lastwagen ?

Tiznit 3.1.2019-5.1.2018

Tiznit ist eine typische marokkanische Stadt.

Ziemlich verschmutzt und auch die Medina haut uns nicht gerade aus den Socken.

Wir machen nur einen kleinen Rundgang mit den Hunden und am nächsten Tag ziehe ich alleine los.

Es liegt zuviel Abfall auf dem Boden und wir wollen Mia und Spella nicht dass die Beiden etwas Schlechtes zusammenfressen.

Nach längerem Suchen finde ich für mich auch noch eine Djellaba, Yves hat für sich eine bei Mohammed in Essaouira gekauft. Dies ist das traditionelle marokkanische Gewand dass in verschiedenen Ausführungen von Männern und Frauen getragen wird.

Man merkt schon in Tiznit sehr gut dass die Kleider traditioneller werden und wir wollen uns beim Besuch der Berberdörfer zumindest optisch etwas anpassen.

Tiznit-Tafraoute 5.1.2019

Unsere heutige Reise führt uns in Ammeltal nach Tafraoute.

Der Weg ist steil, kurvenreich und ziemlich holprig.

Ist aber nicht weiter schlimm, den für die ganze Mühe werden wir mit einem wunderbaren Panorama entschädigt.

Wir müssen immer wieder anhalten da der Motor zu heiss läuft und das Kühlwasser überkocht.

In Tafraoute müssen wir dringend eine Garage aufsuchen um das Problem beheben zu lassen.

Wer wohl dieses Hotel irgendwo im Nirgendwo besucht ?

Tafraoute 5.1.2019-10.1.2019

Tafraoute ist ein Oasenort im Anti-Atlas auf fast 1000m Höhe, der eingerahmt ist von bizarren Felsen.

Der Ort liegt auf einer Hochebene und einen Bummel durch die kleinen Gassen mit den vielen kleinen Läden lassen wir uns natürlich nicht entgehen.

Tafraoute gilt als die "Hauptstadt" der Babouchenherstellung. Diese farbigen Schuhe werden aus gefärbtem Ziegenleder in Handarbeit hergestellt und farbig verziert.

Ich habe mir ein paar " Wanderschuhe" gekauft die absolut bequem sind und auch schon die erste Bergtour erfolgreich überstanden haben.

Tafraoute Camping 5.1.2019-10.1.2019

Der Camping les 3 Palmiere liegt unweit der Stadt. Er ist sehr klein aber relativ sauber und die Duschen sind heiss. Nicht ganz selbstverständlich in Marokko.

Da wir die atemberaubende Aussicht geniessen wollen stellen wir uns ausserhalb des Camping hin. So haben wir alles, die Aussicht und den Komfort. Der Guardian patroulliert nun auch draussen die ganze Nacht immer wieder.

Am Anfang sind wir fast alleine aber von Tag zu Tag kommen mehr Camper und als dann auch noch einen geführte Campercaravane mit über 20 Wagen anrauscht ist es mit der Ruhe erst einmal vorbei.

Gut haben wir uns so zwischen zwei Palmen gestellt, so dass nur noch ein sehr netter deutscher Motorradfahrer mit seinem Zelt neben uns Platz hat.

Am nächsten Tag rückt schon die nächst französische Campercaravane an und wir haben die Nase voll.

So gerne ich die Franzosen sonst mag, in Marokko gibt es keine andere Nationalität die sich so rücksichtslos und daneben benimmt. Die Sanitäranlagen sind nach nur einer Nacht so verschmutzt dass man sie nicht mehr benützen kann, sie nehmen null Rücksicht auf andere Camper und die Art wie sie mit den Marokkanern umgehen erinnert stark an Kolonialherren.

Mit unserem tollen Palmenplatz haben wir wenigstens das Glück nicht total eingeparkt zu werden und kriegen einen sehr taffen Holländer als Nachbarn der mit Fahrrad und Zelt unterwegs ist. Er erzählt uns dass er jeden Tag ungefähr 80 km fährt und das mit Beinprothese.

Garage Mohammed Essaouira 7.1.2019

Auf einem Blog habe ich die Adresse einer Campergarage in Essaouira gefunden und habe sie mir, wohl in weiser Voraussicht, gespeichert.

Wir fahren am 6.1.2019 kurz vorbei und verabreden einen Termin für den 7.1.2019 um 10.00.

Nachdem ich dem Chef das Problem kurz erklärt habe macht sich der Mechaniker auch schon ans Werk.

Der Thermostat wird auf dem Parkplatz in unserer kleinen Pfanne auf dem Gaskocher kurzerhand "gekocht" um zu überprüfen ob er noch funktioniert.

Leider tut sich nichts und so ist schon mal klar dass er ersetzt werden muss.

Zu unserer Verwunderung findet der Mechaniker sogar einen Ventilator unter dem Kühlergrill.

Von diesem Ding haben wir gar nichts gewusst und in Betrieb war er seit wir den Bus haben auch noch nie. Nun gut, bis jetzt hat es ja eigentlich auch ohne dieses Ding funktioniert aber wenn man schon einen Ventilator hat darf er ruhig auch seine Arbeit machen.

Deshalb werden kurzerhand die beiden Temperaturfühler ersetzt und tatsächlich, das Ding dreht sich und macht einen ordentlichen Lärm.

Während der Wartezeit sitzen die Hunde und ich gemütlich auf dem Gehsteig auf unseren Campingstühlen und geniessen die Sonne.

Die Reparatur dauert ca. 4 Stunden und die Rechnung ist mit Ersatzteilen und Arbeitszeit mit 105 Fr. durchaus zu verkraften.

Die Palmiere von Tafraoute 6.1.2019

Die Palmiere von Tafraoute ist vor allem bei Touristen sehr beliebt da man hier frei stehen kann. Sie liegt etwas vor dem Ortseingang auf der rechten Seite wenn man von Tiznit kommt.

Natürlich ist man hier nicht alleine, ein Camper steht neben dem anderen und es macht eher den Eindruck eines Campingplatzes.

Einmal am Tag kommt ein Mann vorbei und kassiert 15 Dirahm, 1.50 Fr., Parkgebühr ein. Ob das so rechtens ist wissen wir nicht, die Einen sagen ja, die Anderen nein. 

Uns ist es eh egal da wir auf dem Camping sind und hier nur einen wunderschönen Spaziergang mit den Hunden machen.

Beschreiben kann man diese unwirkliche Gegend nicht, also schaut euch einfach die Bilder an.

Tal der Ammeln, Tandraft 8.1.2019

Das Tal der Ammeln, französich Vallee des Ammeln, ist ein etwa 15 Kilometer langes Tal mit ehemals 26 Dörfern im Anti-Atlas. Das Tal hat seinen Namen von den Ammeln, einem zu den Schlöh, ein Taschelhit sprechendes Berbervolk, gehörigen Berberstammes.

Früher waren die Einwohner vorwiegend Selbstversorger und lebten in Tonhäusern, heute sind viele in die grossen Städte gezogen oder verdienen den Lebensunterhalt für die daheim gebliebene Familie in Europa. Die Tonhäuser sind mehrheitlich verfallen und wichen Neubauten.

Wir wollen uns Tandraft ansehen den hier, im Geburtsort des bekannten marokkanischen Schriftstellers Mohammed Kahir-Eddine, wurde im zu Ehren eine Gedenkstätte mit atemberaubendem Ausblick geschaffen.

Die Strasse nach Tandraft ist sehr schmall und in einem üblen Zustand aber mit unserem Bus durchaus zu befahren.

Zum Aussichtspunkt muss man einen Felsen erklimmen der, zu unserer Verwunderung, über eine sehr gepflegte Betontreppe leicht zu erreichen ist.

Der ganze Weg und auch der Aussichtspunkt sind sehr schön bepflanzt und die Ruine neu renoviert.

Laut einer Marokkanerin, die wir oben treffen und die in dieser Gegend aufgewachsen ist, wegen der fehlenden Arbeit nun aber eigentlich in Casablanca lebt, hoffte man durch die Renovierungsarbeiten Touristen in die Gegend locken zu können nur dummerweise werde die bessere Strasse wohl erst fertig sein wenn der Aussichtspunkt schon lange wieder kaputt ist.

Von hier oben hat man einen tollen Ausblick auf das ganze Tal und wir sind total begeistert von der Gegensätzlichkeit der Gegend.

Runde grosse Steine wechseln sich mit rauen spitzen Felsen ab und plötzlich taucht eine grüne Oase mit Palmen und wild wachsenden Blumen auf.

Hier bleibt die Zeit stehen und man kann stundenlang nur dasitzen und das Naturschauspiel des immer wieder wechselnden Lichtes bewundern.

Die blauen Felsen von Tafraoute 10.1.2019

Um zu testen ob unser Motor wirklich wieder läuft und weil wir so viel darüber gelesen haben fahren wir heute zu den blauen Felsen.

Sie liegen nur 12 km von Tafraoute entfernt aber irgendwie landet man plötzlich in einer anderen Welt.

Man fühlt sich wie auf der Rückseite des Mondes.

Unwirklich, gigantisch und spektakulär kann man es nennen aber auch das beschreibt es nicht wirklich.

Wir fühlen uns ganz klein inmitten der riesigen Felsen, irgendwie beängstigend und doch fühlen wir uns frei und beschützt.

Die blauen Felsen sind das Werk des belgischen Künstlers, Jean Verame.

Er kam 1984 mit 18 Tonnen Farbe, dreissig marokkanischen Feuerwehrmännern, ein paar Löschfahrzeugen- und schläuchen und zog hinaus in die grossartige Granitwüste um Felsen mit Farbe einzusprühen.

Manche sind klein und unscheinbar,andere pilzförmig, dann eine meterhohe glattgewaschen Wand. Alle in blau, nur ab und zu gibt es einen Farbtupfer in rosa, schwarz oder grün.

Über eine Fläche von zwei Quadratkilometern liegen sie nun da und werden in der meist sengenden Sonne immer blasser.

Vor ein paar Jahren erbarmten sich ein paar Feuerwehrleute und bemalten sie erneut.

Den Künstler selbst hat man hier nie wieder gesehen.

Ob es sich hier um Kunst oder Blödsinn handelt muss jeder für sich selber entscheiden.

Wir geniessen auf jeden Fall unsere Kletter- und Wandertour und vor allem Mia findet das Herumkraxeln auf den Felsen super.

Leider ist es bei Minustemperaturen in der Nacht zu kalt zum Übernachten und so fahren wir auf den Camping Tazka.

Yves, unser Allroundtalent

Leider funktioniert die Motorkühlung immer noch nicht richtig aber zum Glück haben wir ja Yves.

Nachdem er nun schon der Familiencoiffeur ist, er schneidet nicht nur den Hunden sondern auch sich selbst und mir die Haare, erweist er sich auch als begnadeter Automechaniker und nach einer halben Stunde funktioniert die Motorkühlung tadellos.

Und noch eine Installation von Yves die uns das Leben viel leichter macht.

Leider sind auf manchen Campingplätzen die Steckdosen nicht geerdet, so dass wir immer einen Stromschlag bekommen wenn wir den Bus anfassen.

Da hat Yves kurzerhand Abhilfe geschaffen in dem er den Bus geerdet hat. Er hat ein Kabel am Chassis des Busses befestigt und mit dem Sturmhering, der eigentlich für die Hundeleine gedacht ist, im Boden befestigt.

Klappt tiptop und wir können den Bus ohne dieses schmerzhaft Kribbeln betreten und verlassen.

Ait Mansour 11.1.2019

Nachdem wir nun einige Zeit in Tafraoute verbracht haben ist es nun an der Zeit etwas neues zu erleben.

Wir haben vermehrt gehört, dass das Palmental, Ait Mansour, wunderschön ist und so machen wir uns auf den Weg.

Wir fahren immer höher hinauf in die Berge und sind überwältigt.

Der Bus keucht tapfer die Serpentienen hoch und wir staunen über die vielen blühenden Bäume.

Eigentlich viel zu früh, denn im Normalfall beginnt die Blütezeit erst Anfang bis Mitte Februar. Bis zum Mandelblütenfest werden sie wohl dieses Jahr schon verblüht sein.

Das Palmental ist schön aber als schönsten Platz in Marokko würden wir ihn nun nicht bezeichnen. 

Da uns der Parkwächter sagt, dass das Übernachten auf dem Parkplatz nun verboten ist fahren wir auf der Suche nach einem Schlafplatz durch das Tal und der hintere Teil mit den alten, zum Teil eingestürzten Häusern, gefällt uns viel besser, aber leider gibt es nirgends einen Platz wo wir unseren Bus abstellen können.

Wir sind etwas enttäuscht, fahren wieder nach vorne auf den Parkplatz und gehen noch etwas spazieren.

Wir haben keine Lust im Dunkeln, wenn uns die Polizei wegjagt, noch einen Schlafplatz zu suchen und so fahren wir bald weiter auf einen Camping unterhalb Tafraoute.

Spät nachts bekommen wir noch Gesellschaft von Eva und Robert, wir haben sie schon im Palmental getroffen haben. Sie wollten im Tal übernachten haben aber dann doch entschieden zurück zu fahren da es vor allem Eva irgendwie nicht so geheuer war.

Wir quatschen noch ein Bisschen und am nächsten Morgen fahren wir weiter nach Guelmim zum Souk und Kamelmarkt.

Tafraoute - Guelmim 12.1.2019

Wieder erwartet uns eine grandiose Landschaft mit Bergen, Wüste und Oasen. Sogar einen Stausee finden wir.

Die Fahrt ist anstengend da es überall Baustellen hat und Yves sich wegen der Schlaglöcher extrem konzentrieren muss.

Wir machen ab und zu Pause um uns umzusehen und damit Yves sich etwas erholen kann.

Nach 4 Stunden sind wir endlich in Guelmim.

Kamelmarkt Guelmim 12.1.2019

Da wir uns mal wieder total verbummelt haben ist der Souk schon fast vorbei aber es reicht noch um Gemüse, Früchte, Gewürze und Linsen einzukaufen.

Mia und Spella finden den Souk klasse. Sie werden ständig von jungen Marokkanern mit Möhren gefüttert und fast an jedem Stand gestreichelt. Natürlich ist auch hier die weisse Mia der Star und ein Händler will sie auch sofort abkaufen.

Als ich ihm erkläre dass sie zu Familie gehört und nicht verkäuflich ist kann er das fast nicht verstehen.

Gerade als wir den Souk verlassen wollen lernen wir einen Nomaden aus Dakhla kennen der sehr gut deutsch spricht. Er erzählt uns dass er vor Jahren einem Ehepaar aus der Schweiz geholfen hat die in der Wüste stecken geblieben sind und sie ihm im Gegenzug eine Stellung im Wallis besorgt haben. Ihm hat die Schweiz sehr gut gefallen aber nach sieben Jahren ging er wieder nach Marokko weil er Heimweh hatte und es ihm zu kalt bei uns war.

Nun lebt er wieder bei seinem Stamm in der Wüste und treibt von Zeit zu Zeit die Kamele des Stammes von Dakhla nach Guelmim zum Kamelmarkt.

Die Reise dauert 47 harte Tage und ist eine Strapaze für mensch und Tier.

Ganz stolz zeigt er uns sein weisses Kamel.

Ganz weisse oder schwarze Kamele sind sehr selten und werden nicht verkauft da sie Glück bringen und viel schlauer als die Anderen sind.

Das weisse Kamele läuft immer an erster Stelle da es Wasser auf 15 km Entfernung riecht.

Camping Aain. Na Khla 12.1.2019-17.1.2019

Durch die Empfehlung von www.kasteninblau.de landen wir auf einem absolut genialen Camping  N 28.940722 / W 9.933445 in der Oase von Tighmert.

Bei Salah, seinen Freunden und Angestellten fühlen wir uns so wohl dass unser Aufenthalt sich immer wieder etwas verlängert und aus geplanten 2 Tagen ohne dass es uns gross auffällt fünf werden.

 

Es ist wie eine grosse Familie und wir lernen super tolle Menschen kennen.

Am Abend sitzen wir mit Alex und Andreas aus Deutschland, Doreen und Sven von www.kasteninblau.de, einer österreichischen Familie mit zwei ganz tollen Kindern, Salah, Ali und noch einigen Anderen am Lagerfeuer zusammen und reden, singen, lachen und tanzen.

Natürlich fehlt der traditionelle Tee nie und verschafft dem einen oder anderen eine schlaflose Nacht.

Salah organisiert sogar eine Band und wir horchen bis nachts um 1.30 ihrer Musik.

 

Alex und Andreas haben die Kameltajine gegessen und waren vom ganzen Ambiente und dem Essen absolut begeistert. Natürlich bietet Salah auch andere Gerichte an die ausnahmslos gerühmt werden.

 

Diesen Camping kann ich ganz einfach nur empfehlen. Er ist aber nur für Menschen geeignet die offen und tolerant sind und nicht beim ersten Stromausfall hysterisch werden.

 

Der Garten hinter dem Haus ist nicht nur wunderschön angelegt sondern laut Aussage von Sven auch sehr gut geeignet um sich bei Sandsturm zu verstecken und wurde von ihm und seiner Frau Doreen in dieser Hinsicht ausgiebig getestet.

Die Oase von Tighmert

Die Oase von Tighmert liegt 12 km östlich von Guelmim und ist, jedenfalls für uns, ein Ort zu wohlfühlen.

Man kann stundenlang den Wasserkanälen die die ganze Oase durchziehen entlang schlendern, sich irgendwo in einen der vielen Palmengärten setzen, dem Fluss hinauf bis zur Staumauer folgen oder sich eines der Dörfer mit den Lehmhäusern, den aus Palmwedeln geflochtenen Zäunen und den Minaretten, die hoch in den Himmel ragen und uns oft als Wegweiser dienen, ansehen.

Überall wird man nett begrüsst und hier und da gibt es auch einen kleinen Schwatz mit den Einheimischen. Sie sprechen hier auf dem Lande natürlich nicht alle französisch aber ein Winken und Lächeln sagt oft mehr als tausend Worte.

Auf unserem heutigen Spaziergang begleitet uns Miah von Alexandra und Andreas.

Der perfekte Reisehund. Zu allen freundlich, jagt nicht, bellt nicht und ist total ruhig.

Weiter gehts mit Marokko Teil 2