Stausee El Mansour Eddhabi 8.2.2019-9.2.2019

Der El Mansour Eddhabi Stausee liegt östlich der Stadt Ouarzazate im Süden des Hohen Atlas.

Die Seefläche ist zweigeteilt- der deutlich grössere, östliche Teil wird hauptsächlich vom Oued Dades gespeist, der kleinere, westliche Teil vom Oued Ouarzazate und mehreren kleinere Flüssen, die aber nur im Winter und im zeitigen Frühjahr Wasser führen.

Bis Zagora-teilweise sogar bis Mhamid- kann heute eine ausreichende Wasserversorgung erreicht werden, auf welche die etwa 25.000 Hektar grossen Dattelpalmenhaine und Felder in den Oasendörfer entlang des Flusses angewiesen sind. Ausserdem schützt eine gleichmässige Fliessgeschwindigkeit die Uferzonen und die landwirtschaftlichen Zonen vor Erosion.

 

Wir wollen eigentlich direkt nach Ait Benhaddou fahren aber als ich das Glitzern des Wassers sehe gibt es kein Halten mehr.

Die Landschaft ist bezaubernd und die Spiegelungen der alten Kasbah, die verfallen auf einer Insel steht, und der Wolken im See haben etwas mystisches.

Wir sind so begeistert, dass wir spontan unsere Pläne über den Haufen werfen und eine Nacht hier stehen bleiben. 

Die Fellnasen feiern Geburtstag 9.2.2019

Heute ist ein grosser Tag. Spella und Mia werden 9 Jahre alt.

Spella kam als kleiner süsser Welpe im Alter von 3 Monaten zu uns und unsere guten Vorsätze, wass ihre Erziehung angeht, waren so schnell dahin wie sie unser Herz erobert hat.

Da sie sich schon bald zum Couch-Potatoe entwickelt und ihre Schwester Mia ein neues Zuhause gebraucht hat, sie hatte die ersten vier Lebensjahr leider einen sehr schlechten Platz, bekamen wir schon bald Familienzuwachs.

Obschon Mia, da absolut nicht sozialisiert, nicht sehr einfach zu händeln war und leider manchmal immer noch ist wurden die Beiden schnell zum Dreamteam.

Das Leben und vor allem das Reisen mit Hunden ist nicht immer einfach und man muss auch auf Manches verzichten aber wir würden sie nie mehr hergeben.

 

Die Beiden geniessen ihren Geburtstag mit selbstgemachten Käse-Quark-Muffins und einem langen Spaziergang.

 

Auf Kuchen warten ist auch mit 9 Jahren nicht ganz einfach

Ait Benhaddou 9.2.2019-10.2.2019

Ait Benhaddou gilt als einer der schönsten Ksar von Marokko.

Man könnte es aber ohne weiteres auch als Wüsten-Märchenschloss bezeichnen.

Es liegt an einem Berghang in 1300m Höhe am Ufer des Flusses Asif Mellah und bildet einen Stop an der ehemaligen Karawanenroute zwischen der Sahara und Marrakesch.

Die Gebäude drängen sich dicht an dicht und sehen teilweise aus wie kleine Schlösschen. 

Beeindruckend wie gut die Gebäude, trotz der landestypischen Bauweise aus Stampflehm mit Luftziegeln, dem Wetter und der Zeit trotzen. Natürlich muss auch hier ständig restauriert werden aber dank dem Tourismus und der Filmindustrie ist zum Glück genügend Geld vorhanden.

 

Die Filmindustrie spielt hier eine grosse Rolle.

Bereits 1962 fanden hier die Dreharbeiten zum Film "Lawrence von Arabien" mit Peter O`Toole, Alec Guinness, Anthony Quinn, Jack Hawkins, Omar Sharif u.v.m. statt.

In den 1990er und 2000ern entdeckten dann die grossen Hollywood-Studios die Stadt für sich.

Filme wie "Kundun", "Die Mumie", "Sodom und Gommorha" folgten.

Spätestens aber durch den Film "Gladiator" im Jahre 2000 ist Ait Benhaddou als Drehort richtig bekannt.

Russell Crowe der Darsteller von Maximus, der als Sklave zum Gladiator ausgebildet wurde, ist besonders beliebt denn im Gegensatz zum Rest der Filmcrew interessierte er sich für die Menschen der Stadt und ihre Gebräuche. Er verbrachte viel Zeit mit den Einheimischen und in so manchem Wohnzimmer hängt immer noch ein Bild von ihm mit Originalunterschrift.

In neuerer Zeit sorgten vor allem die Dreharbeiten zu "Games of Thrones" für Aufsehen.

 

Wir fahren ins Dorf ein und sind geschockt. Nicht weil das Dorf schmutzig wäre oder so sondern wegen den Dutzenden von Cars die hier herumstehen. Überall ist alles voller Touristen, die im Minutentakt durch den Ksar geschleust werden.

Wir steuern erst einmal den Camping an und überlegen uns ob wir uns den ganzen Touristenrummel antun wollen.

Zum Glück erzählt mir der junge Receptionist vom Camping, dass wir erst so um 16.00 ins Ksar rauf sollen denn da seien die meisten Touristen weg.

Tatsächlich ist um 16.00 das Dorf fast leer und wir können uns auf den Weg machen.

Im Ksar tauchen wir ein in eine andere Welt, schlendern durch die engen Gassen, immer den Berg hinauf bis zum Aussichtspunkt.

Die Händler sind wohl müde vom langen Tag und so können wir uns, sogar fast ohne aufdringliche Angebote, die Buden ansehen.

Bei einem Laden will der Besitzer unbedingt Mia haben und bietet uns ein Dromedar an.

Er hat sogar schon das passende Geschäftsmodell parat : Dromedartouren durch St.Moritz für die reichen Touristen. 

Klingt nicht schlecht aber wir entscheiden uns erneut für Mia.

Ait Benhaddou - Marrakesch 10.2.2019

Heute steht wieder eine Bergtour an.

Wir quälen unseren armen alten Bus über den Hohen Atlas.

Die Strecke geht hoch auf 2216 m über Meer bis hinunter auf 470m über Meer.

Die Strasse ist gesäumt von Serpetinen und Baustellen, der kleine Bus kämpft am Limit und wir sind enorm stolz, dass er auch diese Herausforderung schafft wie ein Grosser.

 

Wir werden für diese Schinderei erneut mit einer unglaublichen Landschaft entschädigt.

Die Berge erstrahlen in den unterschiedlichsten Farben und Formen. 

Die Landschaft ist hier rau und so wurden die Lahmdörfer oft an die Berghänge gebaut, damit jedes noch so kleine Stück fruchtbares Land in den Flusssenken genutzt werden konnte.

 

Aufgrund jahrhundertelanger Abholzung und Beweidung sind die Wälder der Atlas heute hauptsächlich durch Strauchgewächse ersetzt.

Heute wachsen dort Korkeichen, Aleppo-Kiefern, Zedern, Wacholder, wilde Ölbäume, Arganbäume und grosse Flächen Thymian und Rosmarin.

 

Marrakesch 10.2.2019

Marrakesch, die bunteste, quirligste und schönste Stadt im Herzen Marokkos.

So titeln die Reisemagazine.

Wer uns nun schon ein wenig kennt verwundert sich nicht, dass unsere Begeisterung von Marrakesch nicht ganz so gross ist.

Es ist ganz sicher eine Reise wert wenn man Grossstädte mag und der Souk ist gewaltig.

 

Wir stellen uns auf den Stellplatz, Parkplatz ist wohl die bessere Bezeichnung, und bezahlen satte 110 Dirahm. Er liegt direkt hinter der Koutoubia-Moschee, die mit ihrem 77m hohen Minarett die Grösste der Stadt ist.

 

Es ist noch hell und nach der langen und anstrengenden Fahrt wollen wir uns etwas die Beine vertreten. Der Weg führt uns direkt zum bekannten Platz Djemaa el Fna, Platz der Gehängten.

Noch ist es relativ ruhig aber von Minute zu Minute füllt sich der Platz immer mehr und der Lärm ist ohrenbetäubend.

Es herrscht emsiges Treiben und der Platz ist voll mit Gauklern, Schlangenbeschwörern, Wahrsagerinnen und Akrobaten, überall sind Saftstände und kleine Essensbuden.

Jeder der Kellner ist auf der Jagd nach Gästen und natürlich hat jeder das beste Essen zum besten Preis.

Auch wir beschliessen nicht mehr zu kochen und essen in einem kleinen Restaurant Couscous, Tomatensalat, Oliven, gegrillte Auberginen, einen Meeresfrüchteteller und Fleischspiesse.

Es ist sehr lecker aber mit dieser im Menge hätte man locker eine vierköpfige Familie satt gekriegt.

Satt und todmüde machen wir uns auf den Weg zum Bus, leider ist die Nacht alles andere als ruhig aber eben, wir sind in der Grossstadt.

 

Am Morgen sehen wir uns noch die Medina an, die wirklich eindrücklich ist.

Ein kleiner Tipp: wer sich die Medina in Ruhe ansehen will geht am besten schon um 9.30 los. Da sind die meisten Ladenbesitzer noch am vorbereiten und nicht sehr gesprächig.

 

Wir verlassen am Mittag Marrakesch, es ist schön sich ab und zu eine Stadt anzusehen aber 24 Stunden Trubel sind genug.

 

Ich habe ganz bewusst nur wenige Fotos gemacht, es gibt schon so viele im Netz.

 

Noch eine ganz, ganz grosse Bitte :

 

BITTE, BITTE MACHT KEINE FOTOS VON ODER MIT DEN ARMEN TIEREN AUF DEM DJEMAA EL FNA 

IHR UNTERSTÜTZT DAMIT EINE UNGLAUBLICHE TIERQUÄLEREI.

DIES GILT NATÜRLICH AUCH FÜR ALL DIE ANDEREN ORTE WO TIERE SO ZUR SCHAU GESTELLT WERDEN.

Wir verbringen drei Tage auf dem Camping Relais de Marrakesch um uns vom Grossstadtstress zu erholen und uns moralisch auf die lange Fahrt durch den Mittleren Atlas vorzubereiten.

Ouzoud 14.2.2019-17.2.2019

Ouzoud ist in der Berbersprache das Wort für Olive und bezieht sich auf die grosse Menge Olivenbäume in der Umgebung.

Die Gegend ist herrlich und wir geniessen das Grün. Ich konnte mir gar nicht vorstellen wie sehr man Wiesen, Bäume, Flüsse und Blumen vermissen kann.

Heute wollen wir uns das Feriendorf "Walhallah" ansehen, dass unweit des Camping auf einem Hügel liegt. Die Hunde toben herum und geniessen es endlich mal wieder nach Herzenslust frisches Gras zu futtern. Eine gewisse Ähnlichkeit mit einem Schaf lässt sich, vor allem bei Mia, ja eh nicht bestreiten.

Der Weg führt uns ca. 2km bergaufwärts, und wir haben das Ziel fast erreicht als wir vor einem hohen, meterlangen Zaun stehen. Offenbar ist das ganze Gebiet des Feriendorfes eingezäunt und wir müssten um den ganzen Berg gehen um rein zu kommen.

Irgendwie haben wir dazu keine Lust und sehen uns das Ganze nur von Weitem an.

Wir kehren um, und auch die Hunde sind aufgrund der Hitze nicht unglücklich darüber.

Manchmal bemerkt man, vor allem bei Spella, das Alter schon ein Bisschen und wir wollen sie nun auch nicht quälen.

Camping Zebra Ouzoud

Nach einer langen, anstrengenden Fahrt erreichen wir den Zebra Camping in Ouzoud.

Der Camping wurde von zwei Holländern aufgebaut und jetzt von ihren ehemaligen Mitarbeitern mit viel Liebe weiter geführt.

Es ist wohl der Liebe zu Zebras geschuldet, dass hier alles im Zebramuster gehalten ist. Zebras sind hier auf jeden Fall nicht ansässig.

Leider haben wir die ersten Tage einen unangenehmen und prahlerischen deutschen Reiseleiter als Nachbar, aber zum Glück gesellt sich dann noch ein nettes österreichisches Ehepaar dazu.

Sie sind mit einem alten Pinzgauer unterwegs und haben in ihrem Leben schon die tollsten Touren durch Afrika gemacht.

Es ist immer wieder schön sich Geschichten anzuhören, die ein oder andere Tour wäre auch für uns reizvoll.

Mal sehen, man weiss nie wo einem das Leben noch so hintreibt.

 

Am zweiten Tag treffen wir auch Monique und Sebastian wieder. Die Beiden haben wir bei Salah kennengelernt. Im Moment haben sie Besuch von Sebastians Schwester aus Deutschland und sie zeigen ihr einen Teil dieses wundervollen Landes.

 

 

 

 

Wenn dieser Pingauer Geschichten erzählen könnte...

Die Wasserfälle von Ouzuod

Die Wasserfälle von Ouzoud gelten als die Höchsten und Schönsten von Marokko.

Sie fallen in mehreren Etagen insgesamt 110 Meter über rote Felsen. Die Ufer der Wasserfälle sind von Feigenbäumen und urwaldähnlichen Lianen bewachsen. 

Damit die Hunde noch etwas laufen können nehmen wir den weiteren Weg bei einem grossen, neuen Hotel vorbei und kraxeln dann über einen kleinen Pfad den Weg hinunter bis zu einer Plattform von wo aus man zum See hinunter gehen könnte.

Da es hier aber viele Berberaffen hat, die von den Touristen mit Erdnüssen gefüttert werden, gehen wir direkt zum Ausgang der Schlucht.

Einige Affenweibchen haben kleine Babys in den Armen und wir wollen sie mit den Hunden nicht erschrecken und auch nicht Gefahr laufen, dass unsere Hunde gebissen werden. 

 

Da ich noch einige Bilder der Affen und der Wasserfälle machen will gehe ich am nächsten Tag alleine los.

Natürlich hat es heute nur noch einen Affen, die Anderen haben wohl schon genügend gefuttert und haben sich in die Bäume oberhalb des Parks zurückgezogen.

Macht ja nichts, ich finde es toll dass die Affen hier frei und geschützt leben und sich jederzeit zurückziehen können wenn ihnen der Trubel zu gross wird.

So spaziere ich ganz nach unten, schaue mir etwas die Buden an und kann, da die Touristenkarawanen schon weg sind, in Ruhe einige Bilder machen.

Die Ruhe währt nicht lange, ich will gerade ein Bild des Affenweibchens machen, das immer noch auf einem Baum sitzt. als ich auch schon von drei Männern, die den Boden wischen, entdeckt werde.

Sofort wird der Affe herbeigelockt und sie drängen mich näher zu kommen. Ich erkläre ihnen dass ich die Tiere zwar mag aber sie mir lieber aus der Ferne anschaue. Nutzt nichts, sie drängen mich so lange bis mir gar nichts anderes übrig bleibt als mich neben den Affen zu stellen und sie mit Erdnüssen zu füttern.

Die Männer lachen sich halbtot da ich wohl nicht gerade den mutigsten Eindruck erwecke.

Zur Belohnung machen sie aber dann noch ein paar Bilder von uns beiden Frauen.

Gut, Fotos sind gemacht, ich lebe noch, und verziehe mich so schnell wie möglich.

Die Männer können es aber nicht lassen und rufen dem nächstbesten Budenbesitzer zu, dass ich Angst vor dem Affen hatte. Schon wieder sorge ich ungewollt für grosses Gelächter.

Nur ein junger Mann, namens Amid, hat bedauern mit mir uns offeriert mir für meine "Heldentat" ein super leckeres Carameleis.

Er begleitet mich eine Weile und holt mir noch einen Crepes mit Amlou.

Echt toll das Zeug, hergestellt aus gemahlenen Mandeln, Honig und Arganöl, hat es einen sehr hohen Suchtfaktor.

Da Yves ein echtes Schleckmaul ist und Amlou noch nicht kennt, will ich ihn etwas nach hause bringen. Amid begleitet mit zu einem Shop und handelt mir auch gleich den Preis aus.

Wie ich später feststelle, wohl wirklich den Preis für Einheimische, denn ich bezahle für 250ml nur 20 Dirahm, normalerweise liegt der Preis bei 50 Dirahm.

Wir unterhalten uns noch eine Weile und dann mache ich mich, nachdem mich noch 4 Marokkaner, zwecks Aufenthaltsbewilligung in der Schweiz, heiraten wollen auf den Weg zum Camping.

Beni Mellal 17.2.2019

Da uns die Strecke über den Mittleren Atlas bis Meknes zu weit ist um in einem Rutsch zu fahren machen wir einen Zwischenhalt in Beni Mellal und übernachten auf dem Parkplatz von Acima, einem Einkaufszentrum in dem man alles kriegt was das Herz begehrt.

Beni Mellal liegt am Westrand des Mittleren Atlas im Süden der fruchtbaren Tadla-Ebene in einer Höhe von etwa 500 bis 600m.

Es ist das Marktzentrum für den Obst-, Gemüse- und Getreideanbau der Region. in der Tadla-Ebene mit einer landwirtschaftlichen Anbaufläche von ca. 300`000 Hektar, wovon 117`500 Hektar über Kanäle bewässert werden, wird Baumwolle und Getreide angebaut.

Auch 23% der Zuckerrüben-Produktion sowie über 12% der marokkanischen Produktion an Zitrusfrüchten und Oliven werden hier angebaut.

 

 

Sehenswert ist in Beni Mellal der Stadtgarten Jardin de Ain Asserdoun und die Kasbah Ain Asserdoun.

Eine Quelle die aus dem Berg oberhalb des Parks entspringt wird über Kaskaden und Wasserläufe durch den Park in die Wald-und Palntagengebiete geleitet.

In diesem Grüngürtel am Südostrand der Stadt gedeien Oliven, Orangen, Äpfel, Kartoffeln, Tomaten und sonstiges Gemüse in kleinen Gärten dicht nebeneinander.

 

Wenige hundert Meter oberhalb des Stadtparks thront auf einem Hügelgipfel eine annähernd quadratische Festung.

Von der Kasbah Ain Asserdoun bietet sich ein Ausblick über die gesamte Stadt und die Ebene. Das kleine, sorgfältig restaurierte und grösstenteils verputzte Steingebäude besitzt vier zinnenbekrönte Ecktürme un erinnert stark an ein kleines Märchenschloss.

 

Wir machen einen Spaziergang durch den Park, kaufen uns gebrannte Mandeln in den unterschiedlichsten Geschmacksrichtungen und bekommen sogar noch eine Tüte farbige, pappsüsse Popcorn geschenkt.

Den Ausstieg zur Kasbah sparen wir uns, angesichts der Menschenmengen, wohl eine gute Idee.

Da wir am Morgen zeitig weiter wollen, kaufen wir nur noch kurz ein und dann geht es ab ins Bett.

 

Beni Mellal-Azrou 18.2.2019

Und wieder sind wir unterwegs durch die Berge. Der Mittlere Atlas ist wunderschön und gewaltig.

Da die Strassen schlecht sind und auch hier immer wieder Baustellen kommen geht es nur langsam vorwärts. Man muss in Marokko sowieso immer etwa die doppelte Zeit rechnen. Ein Umstand der vielen Reisenden schon zum Verhängnis wurde die dann ziemliche Probleme mit ihrer Planung bekamen.

Uns spielt das keine Rolle da wir erstens keinen Plan und zweitens viel Zeit haben.

Wir kriechen langsam den Berg hoch und haben viel Zeit uns um zusehen.

 

Dank des langsamen Tempos entdecken wir plötzlich auf einem Berg ca. 200-300 Störche die gerade eine Pause einlegen.

Das muss ich natürlich sofort mit der Kamera festhalten.

Ein einzigartiges Gefühl, so viele Störche auf einem Haufen und immer kommen noch mehr dazu.

Je näher ich komme umso lauter wir das Klappern der Schnäbel.

Da sieht die riesige Herde Schafe die sich auf der anderen Seite tummelt richtig mickerig dagegen aus.

Azrou - oder wie der Schnee kam 18.2.2019

Azrou liegt auf 1250m Höhe am Nordwand eines von Zedern bewachsenen Berggebiets.

Das Gebiet ist vor allem bekannt wegen der freilebenden Berberaffen die man in den Wäldern entdecken kann.

Wir fahren auf einen Camping der aussieht wie ein Disney-Schloss.

Oberhalb des Schlosses, Hotel, liegt der Campingplatz. Wie leider öfters ist die Umgebung wunderschön gemacht, dafür sind die Sanitäranlagen in einem desolaten Zustand.

Wie auf vielen anderen Plätzen in Marokko wimmelt es auch hier nur so von Tieren.

Kaninchen, Hunde, Katzen, Hühner, der obligate Hahn, der die ganze Nacht kräht, und vieles mehr laufen zufrieden überall herum.

Bei unserer Ankunft ist es noch angenehm warm aber im Verlaufe des Nachmittags wird es immer kälter.

Nun gut, wir sind ja auch in den Bergen und Regen ist angesagt.

Denken wir- denn plötzlich, Schnee !

Wir sind in Marokko und stecken mitten in einem Schneesturm !

Wir wissen ja dass wir in der Nähe eines Skigebietes sind aber irgendwie ist Schnee so gar nicht auf unserem Plan.

Mia ist wohl die Einzige im Bus die das klasse findet, sie liebt Schnee.

Wir bleiben da lieber im warmen Bus und stellen unser Essen sofort von Glasnudelsalat auf Tartiflette um.

 

 

 

 

Die Hühner haben sich auf die Bäume verzogen,

sie finden Schnee auch doof.

Ifrane 19.2.2019 Zurück in der Schweiz ?

Heute ist das Wetter schon wieder etwas besser und wir fahren noch etwas höher in die Berge nach Ifrane.

Jetzt sind wir total im falschen Film.

Nicht nur die schneebedeckten Felder, auch die mit richtigen Dachziegeln bedeckten Häuser,die sauberen Strassen, die Wälder und überhaupt die ganze Landschaft sind so gar nicht Marokko.

Wenn ich es nicht besser wüsste wäre ich überzeugt mich in der Schweiz zu befinden.

Ifrane gilt offenbar nicht umsonst als das Sankt Moritz von Marokko.

Hier treffen sich im Winter die Reichen und Schönen zum Ski fahren und im Sommer ist es ein beliebtes Reiseziel um der afrikanischen Hitze zu entfliehen.

Wir machen einen kleinen Stadtbummel und Mia kann kurz durch den Schnee toben.

Spella findet das logischerweise nur doof und bleibt lieber auf dem trockenen Weg.

Meknes 19.2.2019

Meknes ist eine der vier Königsstädte Marokkos.

Die Medina ist schön, da wir aber die Hunde im Auto gelassen haben, bleibt uns leider nicht die Zeit weiter in den weniger touristischen Teil, da wo die Marokkaner einkaufen, vorzudringen.

So belassen wir es bei einem kurzen Rundgang. 

 

Wir haben auf einem langen Spaziergang mit den Hunden eine ganz andere Seite von Meknes entdeckt, die wohl vielen Touristen entgeht.

Sie hat nichts mit der prunkvollen Medina, mit ihren vollgestopften Geschäften, den schönen Häusern und Palästen zu tun.

Hier bedeutet jeder Tag harte Arbeit, Kampf ums Überleben, um Bildung und Gesundheit.

Trotz der widrigen Lebensumstände hören wir überall Lachen, sehen spielende Kinder und werden stets freundlich gegrüsst.

Die Armenviertel befinden sich direkt hinter dem riesigen Golfplatz der an die Medina grenzt.

Krasser kann der Gegensatz nicht sein.

Ich habe bewusst auf Bilder der Medina und Prunkgebäude verzichtet und möchte euch zeigen wie ein grosser Teil der Bevölkerung hier lebt.

Viele von ihnen sind in der Hoffnung auf ein besseres Leben aus ihren Dörfern in die Stadt gezogen, haben aber aufgrund der fehlenden Bildung auch hier keine Zukunftsperspektive.

Sidi Ali, Camping Zerhoun Bellvue, 20.2.2019-28.2.2019

Der Camping Zerhoun Bellvue bietet, wie der Name schon sagt eine wunderbare Aussicht hinab ins Tal.

Es ist ein einfacher Camping mit ganz tollen Menschen.

Da ich bei unserer Ankunft die Djellaba trage werde ich sofort auf Fatima umgetauft und erhalte gleich noch den Job als Übersetzer für die Nichtfranzosen.

Kaum sind wir auf dem Platz sehen wir auch schon die ersten bekannten Gesichter. Monique und Sebastian, die Beiden haben wir schon in der Oase Thigmert bei Salah und in Ouzoud getroffen, nun stehen sie hier und wir suchen uns durch Zufall den Platz direkt bei Ihnen aus. Eine super nette Überraschung und wir geniessen die folgenden Tage mit netten Gesprächen, einem gemeinsamen Abendessen und einem Ausflug nach Fes.

Nach ein paar Tagen gesellen sich dann noch Jürgen und Anita und später noch Birgitta und Rainer zu uns. Die Beiden haben wir in Tan-tan Plage kennen gelernt und wir freuen uns sehr,dass es mit einem Wiedersehen geklappt hat.

Es wird viel gequatscht, gelacht und gefachsimpelt und die Zeit vergeht viel zu schnell.

Ausser uns sind alle auf dem Sprung da sie Anfang März das Land verlassen müssen.

Moulay Idris 22.2.2019

Ob man die Stadt mit einem oder zwei S schreibt habe ich irgendwie nicht raus gefunden, dafür aber in der Stadt selbst sehr viel über den Islam, Marokko und die Menschen gelernt.

Zuerst etwas zur Geschichte :

 

Molay Idriss gilt als heiligste Stadt Marokkos. Sie wurde 788 nach Christus von Moulay Idris I, auch Idriss Ben Abdellah genannt, gegründet.

Er gilt als Gründer von Marokko.

Hier steht auch das Mausoleum für den Staatsgründer.

Moulay Idriss durfte bis 1917 von Andersgläubigen nicht betreten werden.

Auch heute noch sind das Mausoleum und die Moscheen für Nichtmuslime tabu.

Muslime die sieben Mal zur Grabstätte von Moulay Idris I gehen müssen nicht mehr zur Hadsch von Mekka aufbrechen.

Dies hat grosses Gewicht da eine Reise nach Mekka für viele Marokkaner unerschwinglich ist.

 

 

Wir machen uns, nachdem wir die ziemlich aufdringlichen "faux-guides", die falschen Führer, die keine Lizenz als Reiseleiter haben, los geworden sind, auf den Weg zur obersten Terrasse.

Es geht immer bergauf, und keine Angst, auch wenn man ab und zu in einer Sackgasse landet findet man den Weg sehr gut alleine.

Die Aussicht von oben ist überwältigend und der Aufstieg lohnt sich total.

Auf dem Weg zur zweiten, kleineren Terrasse treffen wir einen älteren Mann der uns anbietet uns zu begleiten und da wir mehr über "seine" Stadt erfahren wollen nehmen wir gerne an.

Er hat einen kleinen Laden, den er aber über die Mittagszeit geschlossen hat, und arbeitet auch noch als Koranlehrer.

 

Er erklärt uns dass es im Islam 5 Gebote (Säulen) gibt :

1.Es gibt nur einen Gott

2.Fünfmaliges Beten jeden Tag

3.Das Einhalten des Ramadan

4.Teilen mit den Armen 

5.Reise nach Mekka

 

Wir erfahren und lernen viel voneinander, den so wenig wie ich seinen Glauben kenne, kennt er unseren und er ist sehr überrascht dass sich viele Dinge ähneln.

 

Er erzählt uns aber natürlich auch sehr viel über Moulay Idriss.

Zeigt uns die weiteren zwei Terrassen, das Badehaus in dem immer noch mit Holz das Wasser erhitzt wird, erklärt uns die Bedeutung der Hand Fatima und bringt uns zur

Moschee Sidi-n-Tizi.

Sie ist die einzige Moschee in Marokko mit einem runden Minarett.

Das Minarett ist mit grünen Kacheln belegt auf denen unter anderem die fünf Gebote (Säulen) des Islam in arabischen Schriftzeichen geschrieben stehen.

Wir spazieren durch die engen Gassen der Medina und er hat überall eine kleine Anekdote bereit und kennt wohl jeden.

Von ihm lernen wir auch endlich den Unterschied zwischen Salam und Salam aleikum.

Eigentlich ganz einfach : 

Salam - Hallo - eine Person

Salam aleikum - Hallo zusammen - mehrere Personen

 

Zum Schluss gehen wir noch zusammen rund um den grossen Komplex des Moulay Idriss.

Der Bau umfasst eine Ziwa, eine Institution, ähnlich einem Kloster.

Natürlich gibt es auch eine Moschee.

Das Herzstück der Anlage aber ist das Mausoleum.

Wir dürfen hier natürlich nicht rein aber durch ein Arkadengewölbe kommen wir doch ziemlich nahe.

Hier ist ein Balken auf Brusthöhe angebracht und im Internet habe ich gelesen dass er dazu dient Nichtmuslimen den Eintritt zu verwehren.

Das ist aber totaler Blödsinn, der Balken wurde angebracht damit jeder der den Komplex betritt sich zu Ehren des Königs, der hier gelebt hat, bücken muss.

 

Es war ein total toller Tag und Moulay Idriss eine der schönsten, kleinen Städte in Marokko. 

Oh, fast vergessen, auch für unseren Führer war der Tag etwas besonderes.

Er hat mit über 70 Jahren das erste Mal einen Hund gestreichelt. Erst war er ganz zittrig und hat Spella nur mit einem Finger berührt aber als er gespürt hat wie fein sie ist, konnte er fast nicht mehr aufhören sie zu streicheln.

Eigentlich wollen wir auf dem Weg nach Ouezzane noch nach Volubilis fahren und uns eine archäologische Stätte ansehen. Sie zeigt die am besten erhaltenen Monumente aus der römischen Antike in diesem Teil Nordafrikas.

Wir fahren auch auf den Parkplatz aber als wir die Eintrittspreise sehen ist schnell klar, dass wir uns die Ruinen nicht ansehen.

70 Dirahm pro Person sind für Marokko total überrissen !

Nun gut, wir fahren weiter und werden in der Schweiz, mit den Enkelkindern, einen Ausflug nach Augusta Raurika machen.

Ouezzane 28.2.2019-1.3.2019

Ouezzzane ist eine 60`000 Einwohner zählende Stadt im Norden Marokkos.

Sie gilt wegen ihrer Scherifen, religiöser Titel der Nachkommen des Propheten Mohammed,

und einer dort ansässigen Sufi-Bruderschaft als eines der wichtigsten religiösen Zentren Marokkos.

Die Stadt und die dortigen Linien der Abkömmlinge des Propheten mohammed sollen der Legende nach schon im 9.Jahrhundert von einem der Söhne IdrisII, der sich in Ouezzane niedergelassen hat, gegeründet worden sein.

Offiziell aber geht die Gründung erst auf den Alawiden Abdallah Ben Ismail im Jahre 1727 zurück.

Für viele seiner Nachkommen sind - im Gegensatz zu den meisten Arabern und Berbern - leuchtend grüne Augen typisch.

Die wichtigsten Scherifen-Familien sind die Dar und Admana. Auch das heutige Königshaus bezeichnet sich als Alawiden, das heisst Nachkommen Mohammeds, Alis, Fatimas und Hassans.

Zumindest in Teilen der "echten" Scherifen aber wird diese Abkommenschaft unter vorgehaltener Hand angezweifelt.

Bemerkenswert ist der Umstand, dass König Mohammed V 1961 nur kurz nach einem Besuch in Ouezzane verstarb. Damals kam das Gerücht auf, dass er inder Stadt vergiftet wurde.

Fest steht nur, dass sein Sohn Hassan II die Stadt nie besucht hat und auch der heutige König, Mohammed VI bis heute die Stadt meidet.

Ouezzane ist auch für marrokanische Juden eine heilige Stätte. Neun Kilometer nordöstlich der Stadt, im Rif-Gebirge, liegt das Bergdorf Ajen mit der Grabstätte des Rabbiners Amran Ben Divan, auch Moul Anrhaz genannt, der auf der Reise zu seinem Wohnort Hebron im Heiligen Land im Jahre 1782 hier verstarb.

Typisch für die religiöse Kultur der von Berbern bewohnten Regionen in Marokko ist die Tatsache, dass sowohl Muslime als auch Juden diesen Mann bis heute als Heiligen verehren.

Immer im Mai findet eine Wallfahrt zu Ehren dieses Marabout, Heiligen, statt. In dieser Zeit wird die Stadt von sehr vielen Juden besucht.

 

Wie immer habe ich vor unserer Ankunft recherchiert ob es hier etwas Sehenswertes gibt, habe aber überall gelesen, dass die Stadt höchstens für eine Übernachtung auf dem Weg nach Chefchauen taugt.

Dem müssen wir total widersprechen. Wer den kurzen Aufstieg zur Medina auf sich nimmt wird mit einer total renovierten, wunderschönen, zum Teil überdachten, Medina belohnt.

Immer am Donnerstagabend findet hier ein grosser Handwerker-Souk statt, der sich sehen lassen kann und zu unserer Freude hat es fast keine Touristen.

Am Freitag hingegen sind fast alle Geschäfte geschlossen, für uns der ideale Zeitpunkt für eine kleine Fotosafari.

 

Wie überall in Marokkos Norden werden wir auch hier sofort von selbsternannten Führern belagert. Ich will gerade ablehnen als der ältere Mann mir das Zauberwort sagt :

"Wolle".

Wer mich kennt weiss, dass ich ein totaler "Woll-Junkie" bin. Ich habe in Tarifa wunderbare Wolle aus Marokko gesehen und bin nun schon während unseres ganzen Aufenthaltes auf der Suche danach. Bisher habe ich aber nur massenhaft Synthetikzeug gesehen und das mag ich für Kleider so gar nicht.

Nun steht als dieser Mann vor mir und erzählt, dass es hier die schönste Schafwolle von ganz Marokko gibt. Natürlich wird er sofort gebucht und wir stapfen ihm in hohem Tempo durch die Gassen hinterher. Meine Vorfreude wird jäh gebremst als wir vor dem Laden stehen, dieser ist nämlich bis auf einen Maler, der am streichen ist, total leer.

Wir wären aber hier nicht in Marokko wenn sich nicht sofort alle anderen Ladenbesitzer ins Zeug legen würden und unser Führer nach kurzer Zeit die Nummer des Wollhändlers hätte.

Der wird kurzerhand angerufen und wir treffen ihn vor seiner Wohnung.

Die Farben sind klar, wollweiss und beige soll es sein.

Auch mit dem Preis, 80 Dirahm pro 1kg,sind wir uns schnell einig und so machen wir, inzwischen zwei Führer, einer davon trägt die 5 Kilo Wolle, Yves, die Hunde und ich, uns auf den Weg zum Bus.

Unterwegs versuchen sie uns noch zum ein oder anderen Kauf zu verleiten aber, bis auf ein Kilo Möhren für die Hunde und eine wunderschöne Decke für die Couch zuhause, bleiben wir standhaft.

Da wir die Wolle niemals alleine gefunden hätten und sie uns auch noch unsere Einkäufe zum Bus geschleppt haben bekommt jeder der Führer 30 Dirahm und so hat sich der Tag für beide Seiten gelohnt.

 

Die beige Wolle war natürlich gleich gross wie die Weisse aber da habe ich schon gewickelt damit wir sie irgendwie im Bus verstauen können.

Camping Municipal Chefchaouen 1.3.2019-5.3.2019

Uns trifft fast der Schlag bei unserer Ankunft auf dem Camping.

Dicht an dicht gedrängt stehen die Womos, wie die Ölsardinen. Darauf haben wir echt keine Lust, aber eigentlich wollen wir uns hier mit Birgitta, Rainer und Lotta treffen. Wir beschliessen eine Nacht zu bleiben und dann aber sofort weiter zu fahren.

Wir quetschen den Bus zwischen ein paar Bäume und machen uns auf die Suche nach den Dreien.

 

Ganz oben sehen wir den LKW und sie stehen absolut super, fast alleine, auf einem grossen Platz. So sieht das Ganze natürlich schon anders aus. Hier lässt es sich sehr gut ein paar Tage aushalten. 

Wir verbringen erneut eine tolle Zeit zusammen aber nach zwei Tagen müssen die Drei los, sie müssen am 4.3.2019 das Land verlassen.

Da auch die Franzosen den Platz räumen, stellen wir uns ganz vorne hin und haben nun ganz vorne hin und haben nun sogar Bäume für die Hängematte und eine Feuerstelle.

Fast wie frei stehen, nur ohne die Gefahr von der Polizei oder dem Militär weggeschickt zu werden.

Chefchaouen

Chefchaouen gilt für viele Marokkobesucher als schönstes Städtchen Marokkos und gerade desswegen sind wir skeptisch. Irgendwie haben wir öfters eine etwas andere Sicht der Dinge als die Meisten aber wir lassen uns gerne positiv überraschen.

 

Birgitta und Rainer haben das Städtchens schon früher besucht und stellen sich als Stadtführer zur Verfügung. Ganz untypisch für Marokko sogar kostenlos.

Und siehe da, wir sind sofort schockverliebt.

 

Chefchaouen, oder auch nur Chaouen genannt, gilt als die blaue Stadt.

Der Name bedeutet "zwei Höhrner" und ist auf die zwei Bergspitzen des Rif-Gebirges zurückzuführen, die von der Stadt aus zu  sehen sind.

Jahrhunderte lang sah man Chefchaouen als heilige Stadt, was dazu führte, dass man seine aus dem Mittelalter entstammende Architektur bewahrte.

Das bemerkenswerteste Mermal der Stadt sind die auffällig blauen Fassaden der Häuser in der gesamten Medina.

Die blaue Farbe der Häuser soll, so sagen die Einheimischen, vor bösen Blicken schützen.

In Moulay Idriss hat man uns erzählt, dass die Farbe Mücken abhält, ist uns aber bei unserem Bus noch nie aufgefallen.

Andere wiederum sind davon überzeugt dass die Farbe ihren Ursprung im jüdischen Glauben hat.

Wir finden sie ganz einfach nur wunderschön.

 

Hier werden Stoffe und Töpferwaren noch traditionell hergestellt und die angebotene Gewürzpalette übertrifft locker viele Supermärkte.

Das Schönste an Chefchaouen aber ist für uns die entspannte, zurückhaltende Stimmung.

Man kann in aller Ruhe durch die Gassen schlendern, sich überall umsehen und wir nicht ständig von aufdringlichen Verkäufern genervt.

Ob das wohl mit den umliegenden Cannabis-Plantagen in Zusammenhang steht ?

Egal, wir entscheiden uns auf jeden Fall unseren Aufenthalt hier zu verlängern und die Atmosphäre noch ein paar Tage länger zu geniessen.

 

Heute wollen wir für einmal nicht selber kochen und besuchen ein kleines Restaurant, als uns der Kellner bei der Bestellung fragt ob wir auch etwas zu rauchen wollen ,müssen wir total lachen und fühlen uns für einen Moment nach Amsterdam versetzt.

Fahrt nach Tanger Med

Wir fahren weiter nach Tetouan.

Die Stadt begeistert uns gar nicht und daher machen wir auch keine Bilder.

Im Moment kommt man nur schlecht durch da es überall Baustellen hat und die Schlepper sind so extrem aufdringlich dass wir nur noch zum Auto zurück wollen.

Unser Highlight ist der Parkwächter der uns sofort den Namen des Parkplatzes und seine Handynummer aufschreibt damit wir ihn anrufen können falls wir nicht zurück finden.

Er bewacht unseren Bus super gut und stellt seinen Stuhl direkt daneben.

Yves gibt ihm ein, wohl zu grosses, Trinkgeld von 10 Dirahm und zum Dank putzt er voller Eifer auch noch die Scheiben und wir kommen fast nicht weg.

Die Nacht verbringen wir auf einem Camping und dann ist es soweit.

Wir fahren in den Hafen von Tanger Med.

Rückreise nach Marokko 6.3.2019

Wir treffen um 12.00 im Hafen ein und wollen eigentlich auf dem Parkplatz übernachten.

Im Moment stürmt und regnet es so heftig, dass wir keine Lust auf die Bootsfahrt haben. Dabei geht es gar nicht um die Schaukelei, seit Norwegen wissen wir, dass alle seetauglich sind, sondern viel mehr darum, dass wir mit den Hunden nur auf Deck sein dürfen. 

Bei Sturm eine eher ungemütliche Angelegenheit.

Immer wieder fallen Fähren aus, obschon der Sturm sich langsam legt.

Um 18.30 ist es quasi windstill und es regnet auch fast nicht mehr, so beschliessen wir  mit der Fähre um 22.00 zu fahren.

Ich gehe also zum Check-In und will fragen ob die Fähre um 22.00 fährt, da schnappt sich der junge Marokkaner die Tickets, macht einen kurzen Anruf und sagt : sofort zum Schiff !

Er erklärt mir kurz, dass er nicht sagen kann wann wieder eine Fähre fährt und dass die Zufahrt zum 18.00 Schiff eigentlich schon geschlossen sei, aber weil er angerufen hat, können wir noch gehen.

Nun muss es schnell gehen, zum Glück sind wir ein eingespieltes Team, ich rufe Yves zu : schnell umräumen, wir müssen fahren ! und ohne nachzufragen packt er um.

Fünf Minuten später stehen wir in der Schlange.

Von den stundenlangen Zollkontrollen haben wir schon gehört und sind sehr gespannt wie es uns ergeht.

 

Dem ersten Zöllner gefällt wohl Yves Gesicht nicht. Er kommt kurz zum Auto, motzt irgendetwas von wegen falscher Zettel und lässt uns stehen.

Fünf Minuten später schickt er uns auf einen Warteparkplatz.

Okay, so kommen wir nicht weiter. Ich schnappe mir die Zettel und steige aus. Keine 30 Sekunden später lächelt er mir zu, sucht sich den richtigen Zettel heraus, Stempel drauf und weiter gehts.

Nun kommt der schlimmste Punkt, der Drogenspürhund !

Nicht dass ihr nun denkt wir haben Drogen dabei, das ist nicht das Problem, aber ich habe tierische Angst vor Schäferhunden !

Als ob der liebe Zöllner mir meine Angst ansehen würde winkt er uns vorbei.

Yeah, Wahnsinn, super mega toll !

Nun kann passieren was will für mich ist der Tag total ok.

Überall werden Autos ausgeräumt und durchsucht aber wir werden immer durchgewunken, nun noch durch den Scanner, ein paar Mal die Pässe vorweisen und als Letzte fahren wir auf die Fähre.

Nun können auch die letzten LKW verladen werden und los gehts.

Um 21.00 verlässt die 18.00 Fähre den Hafen von Tanger Med.

 

Wir setzen uns mit den Hunden aufs Deck und geniessen die Überfahrt bis...

Eine Durchsage des Kapitäns:

Alle Passagiere die Heimtiere mit sich führen werden darauf hingewiesen, dass sie sich in Algeciras unverzüglich beim Amtstierarzt melden müssen zwecks Überprüfung der Impfausweise, Chips und Tollwut-Titer-Bescheinigung.

Na toll, schon wieder warten.

Aber eben, da mich der Schäferhund nicht gefressen hat bin ich total relaxt.

 

Wir fahren um 22.30 im Hafen von Algeciras ein und können als Erste, nach den LKW, die Fähre verlassen.

Erste Passkontrolle, kurz und freundlich, die Hundeausweise will er nicht sehen.

Wir fahren weiter und suchen das Veterinäramt. Wir fahren und fahren und plötzlich sind wir aus dem Hafen raus. 

Liebes spanisches Veterinäramt,

wir haben Euch wirklich gesucht und unsere Hunde sind vorschriftsmässig gechipt und geimpft aber leider haben wir Euch nicht gefunden.

Tut uns aufrichtig leid.

 

Um 23.30 sind wir auf dem Stellplatz Los Barrios.

Ich denke mit 4,5 Stunden inklusiv Fährfahrt sind wir sehr gut weggekommen.