ESTLAND

Freistehplatz Pärnumaa 4.7.2018

 

 

Estland begrüsst uns mit einem wunderschönen Platz direkt am Meer.

Hier ist alles vorhanden was das Herz begehrt.

Grillstellen, überdachte Picknickplätze,Brennholz, Wasserpumpen und saubere Plumsklos mit Toliettenpapier.

Noch dazu kommt dass man dies alles kostenlos benützen kann.

Auch hier sind wir wieder von der Sauberkeit begeistert, kein Abfall verstreut am Boden, keine zerbrochenen Flaschen oder Bierdeckel mit denen man sich so schön die Füsse aufschneiden kann.

 

 

 

 

Insel Kihnu 6.7.2018

Kihnu ist eine kleine,  nur 16,38 qkm grosse Insel.

Wir erreichen sie mit der Fähre in ca. 1 Std.

Der Ticketkauf erweist sich als ziemlich kompliziert, im Schiffsterminal ernte ich auf meine Frage ob jemand englisch spricht von allen vier Anwesenden nur ein breites Lächeln.

Echt freundlich aber mein Anliegen ist desshalb noch nicht geklährt.

Auf Zeichensprachlerisch erfahre ich dann doch noch dass ich das Ticket erst 30 Minuten vor Abfahrt bekomme.

Wiso das so ist stellt sich später heraus.

Einige Zeit später versuche ich mit einer Zeichnung vom Bus mit allen massen und Gewicht einen neuen Versuch.

Nun wird auch klar wiso ich vorher kein Ticket erhalten habe. Der Einzige der bereichtigt ist diese Tickets auszustellen fährt immer mit der Fähre hin und her und ist natürlich erst da wenn die Fähre angelegt hat.

Meine Zeichnung tut mir aber trotzdem gute Dienste denn der Chef strahlt auch nur wie ein Honigkuchenpferd und versteht offenbar gar nicht was ich will bis ich ihm die Zeichnung unter die Nase halte.

Nun gut, kleine Verständigungsprobleme gehören hier zum Alltag. Die Meisten über 40 sprechen kein Englisch. Ist ja aufgrund der Geschichte auch logisch. Hingegen sind wir immer wieder erstaunt wie gut die Jungen die Sprache sprechen.

 

 

 

Die Insel Kihnu gilt auch als die Insel der starken Frauen.

Früher waren alle Männer zur See so dass alle Arbeiten auf dem Land von den Frauen gemacht wurde. Sie pflügten, sääten, ernteten, zogen die Kinder gross und verwalteten die Insel.

Auch heute noch gibt es eine Bürgermeisterin die auch das Fährunternehmen, den Tourismus und diverse Ländereien verwaltet.

Bekannt ist Kihnu auch für ihre farbenfrohen Trachten die total in Handarbeit entstehen.

Im Winter wenn man nicht auf die Felder kann entstehen hier wunderschöne Dinge aus handgesponnener Wolle.

Eigentlich wollten wir etwas Gestricktes kaufen aber die Sachen sind so extrem rau dass wir Mitteleuropär sie nicht tragen können.

 

Wegen der geringen Grösse ist Kihnu schnell erkundet und man hat Zeit es einfach zu geniessen.

Ganz besonders ans Herz gewachsen ist uns der kleine weisse Hund der uns schon am Hafen begrüsst und auch immer wieder auftaucht.

 

 

Campingplatz

Offenbar ist man hier noch nicht auf Camper vorbereitet aber nach einem Anruf beim Tourismusbüro bekommen wir dann doch noch einen Platz auf einem sehr grossen Feld.

Die Sanitäranlagen bei den kleinen Häuschen dürfen wir auch mitbenutzen.

Freistehen ist hier leider nicht erlaubt und da wir nach dem Motto gehen, ihr Land, ihre Regeln, halten wir uns auch daran.

Ein weiteres Mal sind wir froh den Roller dabei zu haben und ersparen uns so einen recht langen Fussweg zur Toilette. Die Hunde sind aber von diesem lauten Ding immer noch nicht angetan und quietschen jedes Mal in den höchsten Tönen wenn Einer von uns wegfährt.

 

 

Auf dem Weg zu unserem nächsten Freistehplatz entdecken wir noch diese "wunderschön" renovierte Kathedrale.

Man beachte die kunstvollen Dächer und die "goldenen" Kreuze.

 

 

Freihstehplatz Matsi 7.7.2018

Auch unser nächster Freistehplatz ist einfach gewaltig.

Direkt am Meer,super ausgerüstet und sauber.

In der Nacht zieht ein starkes Gewitter über uns her und macht das Ganze perfekt.

Sogar Mia und Spella werden offenbar von unserer Gelassenheit angesteckt und meistern das Donnergrollen super.

Am Morgen werden wir von der Sonne und dem Meeresrauschen geweckt.

Wir werden hier total verwöhnt.

 

 

Lihula 8.7.2018

Yves fehlen die kleinen Städtchen durch die wir in Frankreich und den Niederlande so gerne gebummelt sind und da wir auch etwas vom Landesinnern sehen wollen entscheiden wir uns für Lihula.

Leider entpuppt sich auch Lihula als typische estnische Stadt.

Eine lange Strasse, ein Park, ein Denkmal und einige Geschäfte.

Hier wird auch sehr deutlich dass der Tourismus und damit das Geld fehlt. Ein Grossteil der Häuser und auch die Kirche befinden sich in einem renovationsbedürftigen Zustand.

 

 

Haapsalu 8.7.2018-10.8.2018

Endlich haben wir eine Stadt nach Yves Geschmack gefunden.

Haapsalu ist unserer Meinung nach die schönste Stadt in Estland.

Obschon es betriebsam ist geniessen auch Mia und Spella die angenehme Athmosphäre. Das sie immer wieder gestreichelt und fotografiert werden nehmen sie schon wie Profis hin.

Haapsalu bietet sich an um durch die Gassen zu schlendern und in den kleinen Geschäften die hübschen Handarbeiten zu bewundern.

Natürlich besuchen wir auch die Burg, oder vielmehr das was davon übrig ist.

Der perfekte Spielplatz direkt hinter der Burg darf hier natürlich auch nicht fehlen.

 

 

Camping Pikseke

Den Camping Pikseke in Haapsalu können wir definitiv empfehlen. Das nette Besitzerehepaar kümmert sich ganz toll um uns und ich lerne hier sogar dass die Wäsche nur sauber wird wenn man ein Kleidungsstück, bei uns gefühlte 100 Socken, nach dem Andern in die Trommel legt.

Keine Ahnung wiso aber die Wäsche war nach 2,5 Stunden! Waschzeit tatsächlich sauber.

 

Am Morgen dann plötzlich dosender Lärm.

So schön die Nato fliegt wohl als Wiedergutmachung für die morgendliche Störung auf dem Camping Leiputrija, siehe Lettland, eine tolle Flugschau direkt über unseren Köpfen.

Stimmt natürlich nicht sie fliegen im Rahmen der immer noch laufenden Natoübung aber der Gedanke gefällt uns doch.

 

 

Freistehplatz Laulasmaa 10.7.2018

Vom Stehplatz in Laulasmaa haben wir nicht sehr viele Bilder gemacht da es hier wie überall am Wochenende recht voll war.

Die Steine im Wasser zeigen wie seicht das Meer im ganzen Baltikum auch bei Flut ist. Sie sind nur ca.1Meter hoch und ragen trotzdem über die Hälfte aus dem Wasser.

Tallin 11.7.2018

Da wir nach dem Besuch von Tasmin in Riga direkt nach Helsinki weiter wollen haben wir uns entschieden Tallin schon jetzt anzuschauen. Ausserdem will ich vor Ort einen Tierarzttermin abmachen so dass Spella und Mia die erforderliche Tablette gegen Herzbandwurm und die tierärztliche Bestätigung darüber auch ganz sicher erhalten.

Diese Massnahme ist wichtig da dies der finnische Staat für die Einreise mit Hunden fordert.

Der City-Camping ist ein in die Jahre gekommenes Gelände mit grossen Hallen in denen sich 1980 auch die Teilnehmer der Segelolympiade aufgehalten haben.

Im Sanitärgebäude wurde leider seit dieser Zeit nicht mehr wirklich etwas erneuert aber für eine Nacht reichts.

Die nette Dame am Empfang hat wohl, wie schon Einige vor ihr, bedauern mit den armen Schweizern in ihrem kleinen Bus so dass wir die fälligen 6 Euro für die Hunde nicht bezahlen müssen.

 

Nach 3,5km Fussmarsch durch den ohrenbetäubenden Strassenlärm und bei 28 Grad erreichen wir die Altstadt von Tallin.

Leider ist unsere Stimmung ziemlich im Keller und keiner von uns hat noch grosse Lust für eine Stadtbesichtigung und so spazieren wir nur ca.1 Std. durch die wirklich schönen alten Gassen.

Hier ist alles nur auf Touristen ausgerichtet. Ein Souvenirshop neben dem Anderen und die Getränkepreise sind mit 5 Euro für ein kleines Bier auch ziemlich überrissen.

 

 

 

Auf dem Rückweg spazieren wir dem Hafen entlang und beobachten die grössen Fährschiffe.

Eines davon wird auch uns schon bald übers Meer führen.

 

 

Auf dem Camping hat unser Bussli in der Zwischenzeit einen grossen Bruder aus den Niederlande gefunden.

 

Rakvere 12.7.2018

Da wir jetzt die Nase total voll haben von den ständigen Mückenangriffen flüchten wir ins Landesinnere und fahren nach Rakvere.

Eine kleine Stadt mit einer alten Burg und der Skulptur eines Auerochsen sie wurde im Jahr 2002 zum 700. Jubiläum der Stadt Rakvere enthüllt. Der Auerochse in der Nähe der Burg, auf dem Vallimägi ist 7 m lang, 4 m hoch und wiegt 7 Tonnen. Er steht auf einer Grundlage aus Granit auf der Vorderseite ist das Wappen von Rakvere eingemeiselt.

Wiso da ausgerechnet ein Auerochse steht wissen wir leider nicht aber beeindruckend ist er trotzdem.

 

 

Auch wir konnten auf die üblichen Touristenfotos nicht verzichten.

 

 

Kolkja Peipussee 13.7.2018

Nun fahren wir weiter Richtung Peipussee, da wir etwas über die Altgläubigen erfahren wollen.

Im Museum der Altgläubigen in Kolkja kann man traditionelle Kleidung, Gebrauchsartikel, Handwerk, Werkzeug, Photos, Bücher usw. der Altgläubigen sehen.
Interessant zu wissen: - Die russischen Altgläubigen (Starovery) halten sich auf unveränderte Weise bereits über 1000 Jahre an ihre religiösen Sitten. - In Estland gibt es 11 Altgläubigengemeinden mit etwa 15.000 Mitgliedern. Das traditionelle Wohngebiet der Altgläubigen liegt am Peipussee - Mustvee, Kallaste, Kolkja, Kasepää, Varnja, Piirissaar.

Die Sitten und Gebräuche der Altgläubigen sind sehr speziell.

Die ganze Geschichte aufzuschreiben würde den Umfang dieses Blogs sprengen. Wer mehr darüber wissen möchte findet viele Artikel im Internet.

Am Ufer des Sees in Kolkja machen wir noch ein paar Bilder und suchen uns dann einen Campingplatz.

Die Platzsuche in diesem Teil von Estland erweist sich als nicht ganz einfach.

Manche Plätze sind ein paar Mal ausgeschildert, dann aber plötzlich spurlos verschwunden und Andere bestehen aus einem Acker und wenn man Glück hat einem WC und einer Dusche.

Den einzigen Komfort den wir brauchen ist endlich wieder eine Dusche und da werden wir nach langer Suche bei einem Bauern fündig.

Ihr könnt euch nicht vorstellen welche Wohltat eine Dusche darstellt.

 

 

Man beachte die schicke Badehose die der Statue,wohl aus Gründen des Anstandes, nachträglich "angezogen" wurde.

 

 

Varnja 14.7.2018

In Varnja machen wir nur einen kurzen Zwischenstop um uns die Gebetsstätte der Altgläubigen anzusehen. Aus Gründen der Pietät betreten wir aber den Kirchenhof nicht und machen nur durch den Zaun Fotos.

 

 

Dieses Haus hat nichts mit dem Glauben zu tun wohl eher mit dem speziellen "Geschmack" der Besitzer.

 

 

Tartu 14.7.2018

Tartu ist die zweitgrösste Stadt in Estland.

Hier befindet sich die älteste Universität Nordeuropas, die Stadt besitzt eine Vielzahl an Museen und auch ein pulsierendes Nachtleben.

Darauf haben wir aber verzichtet und uns lieber die Stadt und den Brunnen mit der Statue zweier sich küssender Studenten bei Tag angesehen.

Wer es den Beiden gleichtut soll mit einer langen, glücklichen Beziehung belohnt werden.

Natürlich haben wir uns diese Chance auch nicht entgehen lassen.

 

 

Nun fahren wir Richtung Grenze und verlassen Estland in der zweigeteilten Stadt Valga-Valka.

Der Reisebericht geht nun in Lettland weiter.