LITAUEN

Hunde herzlich willkommen !

Dieser Slogan könnte an der Grenze zum Baltikum stehen. Hier werden Hunde auch nicht zwingend an der Leine gehalten und falls sie einmal auf der Strasse spazieren ist Anhalten und Warten durchaus üblich.

Camping Marijampole 22.5.2018-24.5.2018

In Litauen fahren wir, kurz nach der Grenze, in Marijampole auf den Campingplatz. Die Begrüssung ist sehr herzlich und als einzige Gäste haben wir freie Platzwahl. Am Abend kommen noch ein paar Motorradfahrer und etwa 20 Jugendliche aus dem Ort spielen Beach-Volleyball und grillen. Wir sind sehr überrascht wie angenehm sich diese Gruppe verhält. Auch am Morgen ist der Grillplatz tiptop aufgeräumt und kein Bisschen Abfall liegt am Boden.

Ein krasser Gegensatz dazu ist das Flussufer, das um den Campingplatz verläuft. Überall leere Büchsen, Flaschen und sonstiger Unrat von irgendwelchen Grillfesten. 

 

Am nächsten Tag werden wir vom Chef darauf hingewiesen, dass am Nachmittag ein Kindergeburtstag auf dem Platz stattfindet. Der Gedanke an 20 kreischende Kinder und eine Mia die bellt wie doof ist ehrlich gesagt nicht gerade prickelnd. Total zu unrecht. Die Kinder zwischen 1 und 6 Jahren und ihre Eltern sind nicht halb so laut wie meine 3 Kinder und 2 Enkel zuhause. Sogar Mia lässt sich von der entspannten Atmosphäre anstecken und meistert das Ganze souverän.

 

Während eines kurzen Gewitters am Nachmittag geniesse ich mein " Freiluftbüro" in einem gemühtlichen Holzpavillon direkt beim Badeteich.

Das wäre ein Traum, ein Jahr hier zu sitzen und endlich mein Buch zu schreiben.

Ich habe eine neue Spielerei entdeckt.

Wenn ihr die Bilder anklickt seht ihr den Bildbeschrieb.

Grillhäuschen

Das wäre doch was, Silvie ?

 

Medaus Slenis 24.5.2018

Auf einer Webseite fanden wir den Camping eines sehr innovativen Imkers.

Da wir sehr gerne Menschen treffen die ihre Träume verwirklichen steht sofort fest, dass dies unser nächstes Ziel wird.

Der Platz liegt in einem kleinen Wald, es hat mit Reed gedeckte Picknickplätze,Liegestühle und sonst noch alles was man braucht.

Der Chef ist gerade dabei ein Häuschen mit neuem Reed zu decken und erklärt uns die Arbeitsschritte.

Habt Ihr gewusst, dass ein Dach das ja nur aus Schilf besteht über 90 Jahre überdauert ?

Sehr interessant sind auch die Ausführungen zum Thema Honig.

Wer mehr darüber erfahren möchte kann dies auf der Webseite von Medaus Slenis nachlesen.

www.medaus-slenis.lt/de

 

Medaus Slenis in Seline, ein Paradies

für Bienen und Menschen

Kurische Nehrungen 25.5.2018

Jetzt geht es weiter Richtung Kurische Nehrungen.

Ein Kollege, Roger Blaser, hat mir in der Schweiz Fotos dieser Gegend gezeigt, die er bei einem Bootsturn gemacht hat.

Sofort war ich Feuer und Flamme und ein Besuch hier war sofort beschlossen.

 

Als Erstes müssen wir aber lebend in Klaipeda die Fähre erreichen.

Die Litauer sind ein sehr freundliches und zuvorkommendes Volk aber ihre Überholmanöver sind lebensgefährlich. Mit 80km/h ganz knapp auf der Autobahn zwischen den Autos durchschlängeln oder rechts über den Parkplatz zu überholen ist an der Tagesordnung.

Beim Überholen auf den Fernstrassen ist klar, dass der Entgegenkommende ausweicht.

 

Um auf die Nehrungen zu gelangen muss man die Autofähre in Klaipeda nehmen.

Ein nicht ganz billiger Spass.

Normale Camper bezahlen für die Überfahrt 15.80 Euro und für den Eintritt in den Park noch einmal 15 Euro.

Wir sind zum Glück klein und bezahlen für Beides zusammen nur 16.60 Euro.

 

Lebensgefahr besteht hier allerdings nicht nur durch die Autos auch die Mücken trachten uns nach dem Leben. Zu Tausenden zapfen sie uns das Blut ab.

Wir waren ja überzeugt, dass es in Ungarn schlimm war aber Litauen übertrifft bisher alles.

 

 

Nida, das grösste Dorf auf den Nehrungen, ist leider sehr überlaufen und wegen des Regens machen wir nur eine Wanderung zur Sonnenuhr in den Dünen.

Übrigens eine ganz tolle Idee bei Regen.

 

 

Wunderschöne, farbige Häuser in Nida.

 

 

Auf der Rückfahrt zur Fähre finden wir dann doch noch eine schönen Sandstrand der nicht total überbevölkert ist.

 

 

Lieber Roger vielen Dank für den Tip aber das nächste Mal schaue ich mir das Ganze doch lieber auch vom Schiff aus an.

Karkle 26.5.2018

Bei immer noch strömendem Regen brauchen wir jetzt nur noch Ruhe und eine warme Dusche.

Da kommt uns der Karkle Camping in Karkle gerade richtig.

Einfach, ruhig und verhältnissmässig mückenarm.

Übrigens der erste Camping auf dem der Chef direkt nach dem Golfturnier, noch im Golf-Outfit, die rosa Putzhandschuhe überzieht und die Toiletten putzt.

Unsere Reise geht nun weiter in Lettland

Rückkehr nach Litauen 19.7.2018

Da uns meine Tochter Tasmin in Lettland besuchen kommt und wir noch etwas zu früh sind fahren wir nach 3 Wochen Lettland und Estland noch einmal zurück nach Litauen.

Unseres Erachtens sind in Litauen die Menschen am freundlichsten und begegnen uns sehr offen und immer hilfsbereit.

 

 

 

 

Berg der Kreuze in Siauliai 21.6.2018

Der Berg der Kreuze ist für uns sehr emotional und aufwühlend.

Die Geschichte des Berges und die atemberaubende Menge an Kreuzen die hier aufgestellt wurden und immer noch werden beeindruckt uns tief.

 

Der Berg ist ein Wallfahrtsort aber auch ein Zeichen des Widerstands.

 

Die Bewohner von Litauen haben nach dem Novemberaufstand der Jahre 1830/31 und dem Januaraufstand 1863/64 begonnen hier Kreuze aufzustellen im Gedenken an die verstorbenen Aufständigen.

 

Der Berg war den Belagerern immer ein Dorn im Auge und am 5. April 1961 begann man erneut mit der Zerstöhrung.Hierbei wurden die Kreuze mit Bulldozern niedergewalzt, 2179 Kreuze vom Hügel geholt und die Holzkreuze verbrannt. Eiserne Kreuze wurden zum Schrott gegeben, die Stein- und Betonkruzifixe zerschlagen, vergraben oder im Bach versenkt.

 

Doch bereits in der nächsten Nacht wurden neue Kreuze errichtet. 1973, 1974 und 1975 wurden diese Zerstörungsaktionen des Regimes wiederholt, jedoch blieb der Kreuzzug der Kommunisten gegen den Berg der Kreuze erfolglos, wodurch der Berg zunehmend zum Symbol des nationalen Widerstands wurde.

Anfang der 1990er Jahre wurde von Studenten der Universität Vilnius ein Versuch unternommen, die Zahl der Kreuze, die sich inzwischen auf einer Fläche von einem Hektar neben dem Hügel ausbreiten, zu bestimmen. Bei 50.000 Kreuzen haben sie zu zählen aufgehört. Nicht mit einbezogen wurden damals die kleinen Kreuzanhänger und Rosenkränze, die an größere Kreuze gehängt werden. Diese verstärken die mystische Stimmung des Ortes, wenn sie schon bei leichtem Wind aneinander schlagen und dabei ein leises Geläut bzw. Klappern von sich geben.

 

Uns beeindruckt im Baltikum immer wieder der unbedingte Wille zu Freiheit und dies nahezu gewaltlos.

 

Den Berg zu erklären ist mir nicht möglich, diese Gefühle kann ich nicht in Worte fassen, ausserdem erlebt sicher jeder Mensch diese Stätte auf seine eigene Art.

Wir sind auf jeden Fall froh noch einmal nach Litauen zurückgekehrt zu sein und zusammen diese Erfahrung gemacht zu haben.

 

 

 

Nach einer sehr stürmischen Nacht mit starken Gewittern auf dem Parkplatz beim Berg der Kreuze finden wir einen Camping der ganz krass im Gesatz zu unserem gestrigen Erlebnis steht.

Silvie, Spella und Mia haben das Gewitter mit Bravour überstanden. So tapfer waren sie noch nie.

 

 

Sunny Night Camping 22.6.2018-25.6.2018

Sunny Night Camping ist ein richtiger Freaky-Camping in Gataučiai nur 18km entfernt vom Berg der Kreuze.

Ein Platz der mit viel Liebe und Kreativität gestaltet wurde und sehr nett betreut wird.

Hier kommt man an und gehört dazu.

Der Chef des Platzes hat uns auch sofort das Brett zurecht geschnitten das Yves für den Einbau unserer Toilette braucht.

Man sieht, Platz ist in der kleinsten Hütte und wir haben jetzt ein richtiges Zuhause mit allem Schnickschnack.

 

Für Bildbeschreibung einfach anklicken

 

Im Sunny Night Camping feiern wir auch Midsummer oder auch Johannistag genannt.

Während der russischen Besetzung war das Feiern dieses, für das Baltikum wichtigsten Tages, verboten.

Bis in die frühen Morgenstunden sitze ich hier mit Einheimischen und einem deutsch-irischen Päärchen am Feuer und erfahre sehr viel Interessantes über das Land und die Leute. Wieder einmal bestätigt sich dass die Informationen die wir in der Schweiz über ein Land bekommen nur zum Teil stimmen.

Am meisten berührt hat uns, dass die Menschen hier immer noch in Unsicherheit bezüglich Russland leben und damit rechnen, dass man ihnen die erst vor 26 Jahren erlangte Eigenständigkeit wieder wegnimmt.

Eigentlich kein Wunder bei einem Land das 14 Mal unter fremder Herrschaft stand.

Auch bezüglich des Baltikums als Zusammenschluss werde ich eines Besseren belehrt.

Für die Menschen hier sind es drei eigenständige Länder und in ihren Augen haben sie sehr wenig gemeinsam. Dies beginnt schon bei den Sprachen die so unterschiedlich sind wie in der Schweiz z.B. Deutsch Italienisch und Französisch.

Auch die Charaktere der Menschen unterscheiden sich.

Die Litauer sind offen und herzlich aber auf eine angenehme Art auch ruhig.

Die Letten sind dagegen laut, aber auch sehr hilfsbereit und die Esten sind zurückhaltend und man hat es eher schwer mit ihnen in Kontakt zu kommen.

 

 

 

 

Wir fahren nun wieder hoch nach Lettland aber Sunny Night Camping und seine tollen Menschen werden wir ganz sicher wieder besuchen.

Telydės, telydės