NORDSPANIEN TEIL 1

Am 14.10.2018 betreten wir spanischen Boden.

Nordspanien ist total neu für uns. Wie wahrscheinlich viele Andere kennen wir bisher nur den Süden und sind sehr gespannt wie es hier aussieht.

In Tromsö, Norwegen haben wir zwei Männer aus Nordspanien kennengelernt und die haben uns erzählt dass es bei ihnen meistens kalt und trübe ist. Hoffentlich wird es nicht ganz so mühsam.

Zarautz 15.10.2018 - 17.10.2018

Zarautz liegt im Baskenland und hat den längsten Sandstrand an der Küste am Golf von Biskaya.

Es gilt als einer der Surfspots und auch hochstehende Meisterschaften werden hier durchgeführt.

Die Berge, das Meer und die Klippen, alles in direkter Nachbarschaft ist schon sehr speziell.

Bisher haben sich die Aussagen der beiden Spanier aus Norwegen zum Glück nicht bestätigt.

Wir haben tolles Wetter, warme Tage bei ca. 22 Grad und milde Nächte von um die 15 Grad .

 

Der Camping in Zarautz ist ein richtiger Surfercamping, hier ist alles etwas entspannter und es gibt auch kein Theater wenn Madame Spella mal wieder das Gefühl hat der Rasen auf dem Nachbarplatz ist viel bequemer.

Eigentlich wollen wir nur einen Tag hier bleiben aber beim Aufräumen am Morgen stellen wir fest dass der Dachsack wohl nicht mehr ganz dicht ist und unsere Sachen alle feucht.

Da bleibt uns natürlich nichts anderes übrig als noch einen Tag auf dem Camping zu bleiben, die Kleider zu trocknen und unseren 9. Jahrestag hier zu feiern.

Ist jetzt auch nicht weiter schlimm, uns gefällt es hier.

 

Wirklich (k)ein Hundeleben

Lekeitio 18.10.2018

Lekeitio ist ein schönes Fischerdorf an der Küste Biskayas.

Es befindet sich im Landkreis Lea-Artibai und an den Abhängen der Berge Otoio (399m) und Lemuntza.

 

Bei Ebbe kann man auf die Isla de San Nicolás spazieren.

Leider liegen die Gezeiten bei unserem Besuch so dass wir nicht hinüber können.

 

Das Dorf besticht mit seinen engen Gassen, der Bauart der Häuser und der Basilika Asuncion de Santa Maria, deren gotischer, goldener Altar einer der drei grössten Spaniens ist.

Wir haben auf unserer Fahrt der Küste entlang einige Dörfer gesehen die wie ein Tetris aufgebaut sind aber wir finden Lekeitio am schönsten.

Santillana del Mar 19.10.2018

Santillana del Mar liegt im Norden von Kantabrien ca. 30 km von Santander entfernt.

Der Name des Ortes täuscht ein wenig. Das Städtchen liegt nicht am Meer, sondern einige Kilometer davon enternt. Doch abgesehen von dieser kleinen Schwindelei, zählt Santillana zu den schönsten kleinen Städten in Kantabrien.

Der Ort gleicht einem lebenden Museum. Die mittelalterliche Altstadt ist für Autos gesperrt. Zu Fuß geht es über gepflasterte Gassen und Straßen entlang der blumengeschmückten Paläste und Kirchen. Links und rechts Holzbalkone und Eingänge mit den Wappen der (ehemaligen) Besitzer. Dazwischen liegen kleine grüne Gärten als Oasen der Ruhe.

Santillana ist sehr touristisch und im Hochsommer ist hier sicher pumpenvoll. Das sieht man auch an den zahlreichen Restaurants die sich hier aneinander reihen.

Wir haben aber Glück und die Zahl der, vorwiegend spanischen, Touristen hält sich in Grenzen.

Das kann aber auch daran liegen dass wir während der Siesta hier sind.

 

Nachdem in den vorhergegangenen Ländern die Geschäfte meisten durchgehend geöffnet hatten müssen wir uns erst umgewöhnen.

Unserer Meinung nach sind so lange Öffnungszeiten inklusiv Sonntag sowiso nicht notwendig und belasten nur das soziale Leben der Angestellten.

 

Die wichtigste Sehenswürdigkeit liegt am nördlichen Rand der Altstadt. Das Kloster Colegiata de Santa Juliana wurde im frühen Mittelalter gegründet, um hier der Überlieferung nach die Reliquien der Heiligen Juliana unterzubringen. Juliana von Nikomedia starb im Jahre 304 als christliche Märtyrin. Die heutige Kirche stammt aus dem 12. Jahrhundert und zählt zu den bedeutendsten romanischen Sakralbauten in Kantabrien. Sehenswert sind die Gruppe der vier Apostel am Hauptaltar sowie der Kreuzgang, dessen Kapitelle kunstvoll mit Szenen ausgeschmückt sind.

El Castro de las Gaviotas 21.10.2018

Der Castro de las Gaviotas ist ein Torbogen aus Fels der über dem Meer zu schweben scheint.

Früher wurden im Bogen Netze gespannt und die Flut trieb die Fische hinein.

Im Volksmund wird er wegen seiner Form auch "Durstiger Elefant" genannt.

Playa de Cuervas de Mar 21.10.2018

Der bezaubernde Strand Cuevas del Mar, der sich im östlichen Teil Asturiens befindet, zählt zu den malerischsten und ruhigsten Stränden Spaniens. Der Strandsname wird als «die Meerhöhlen» vom Spanischen übersetzt, was die Hauptbesonderheit dieser Küste vollkommen widerspiegelt. Der Strand wird von den wunderschönen Felsen mit einer Menge der Bogen und der Höhlen umgerahmt, die eine einzigartige Sehenswürdigkeit der natürlichen Herkunft bilden. Durch einen der Bogen, deren Lage die unerfahrenen Touristen kaum finden, kann man auf den ausgezeichneten vereinsamten Strand gelangen.

Der bezaubernde Strand Cuevas del Mar ,die sich im östlichen Teil Asturiens befindet, zählt zu den malerischsten und ruhigsten Strände Spaniens.

Der Strandname bedeutet auf Deutsch "die Meereshöhlen", die auch die Hauptbesonderheiten dieses Küstenstreifen sind.

Durch eine  Bogen kann man auf den ausgezeichneten einsamen Strand gelangen.

Leider haben wir vergessen auf die Gezeitentabelle zu schauen und konnten wegen der Flut nicht durch den Bogen.

Sehenswert sind die Bögen aber auch vom Hauptstrand aus.

Ribadesella 21.10.2018

Der Urlaubsort mit ca.6.000 Einwohnern liegt malerisch an der relativ breiten Mündeung des Flusses Sella in das kantabrische Meer.

Eine 300 Meter lange Brücke führt über den Fluss und verbindet das Strandviertel im Westen mit der unter Denkmalschutz stehenden Altstadt im Osten.

Im historischen Zentrum liegen Restaurants, Bars, und die für Asturien typischen Sidrerias, in denen Apfelwein ausgeschenkt wird.

Hier kann man auch sehr gut Fisch und Meeresfrüchte essen.

Leider ist es zum Sitzen auf der Terrasse zu kalt und da wir mit den Hunden nicht ins Restaurant hinein dürfen verzichten wir schweren Herzens.

An der Strandpromenade stehen hübsche Häuser, die von reichen Rückkehrern aus Kuba erbaut wurden.

Valdès 22.10.2018

Wir fahren der wundervoll abwechslungsreichen Küste entlang und auch Valdés begrüsst uns mit tollem Wetter.

Da wir waschen wollen fahren wir zuerst zum Auchan in Gijon und haben sogar Glück, die Waschmachine und der Tumbler sind sauber und funktionieren einwandfrei. Schon nach 90 Minuten ist alles sauber und trocken.

Nachdem die Wasche sauber ist brauchen auch wir eine Grundsanierung. Desshalb steuern wir mal wieder einen Campingplatz an.

In Valdès auf einer Klippe 70 Meter über dem Meer finden wir einen Platz mit fantastischer Aussicht.

Luarca 22.10.2018

Nachdem alles wieder sauber ist machen wir noch einen Spaziergang nach Luarca.

Das Dorf liegt spektakulär an einem Hang und wir kommen bei der Besichtigung ganz schön ins keuchen.

Foz 23.10.2018

Und wieder ein perfekter Stellplatz der kostenlos zur Verfügung gestellt wird.

Wir sind erstaunt wie viele solcher Plätze es gibt.

Die Guardia Civil patroulliert hier im 30 Minutentakt und vermittelt so ein Gefühl der Sicherheit.

Wir fühlen uns zwar auch sonst sicher in Spanien aber eben schaden tuts sicher nicht und Auto fahren ist wohl eh das Hobby Nummer Eins der Polizei.

Foz ist ein kleines Städtchen mit einer tollen Strandpromenade und einem breiten Sandstrand.

Wie ihr auf den Bilder sehen könnt ist der Unterschied zwischen Ebbe und Flut hier sehr imposant.

Wir verbringen auf dem Platz zwei ruhige Nächte und geniessen die Sonne bevor es laut Einheimischen deutlich kälter werden soll.

Lugo 25.10.2018

Lugo ist eine Stadt in Galicien.

Die römische Stadtmauer von Lugo stammt aus dem späten dritten Jahrhundert.

Der Bau sollte zur Verteidigung der römischen Stadt Lucus Augusti vor der barbarischen Bedrohung dienen. Sie war Teil einer Verteidigungsanlage, bestehend aus Wassergraben, Mauer und Intervallum und umfasst ein Gebiet von rund 34,4 Hektar und hat einen Umfang von ca. 2.120 Metern.

Die Dicke ihrer Mauern beträgt ungefähr 4,20 Meter und ihre Höhe schwankt zwischen 8 und 12 Metern.

Ihr Grundriss ist rechteckig und die damaligen Kriterien für ihren Verlauf sind bis heute unbekannt, denn sie ließ einige wichtige Wohnviertel ungeschützt, während andere Abschnitte freies Feld umfassten.

Heutzutage hat sie 71 zweistöckige Rundtürme (60 davon mit runder und 11 mit eckiger Grundfläche). Betreten konnte man die Festungsanlage durch 10 Tore, von denen fünf im Jahr 1853 aufgrund des städtischen Wachstums geöffnet wurden.

Die UNESCO bezeichnet die römische Stadtmauer von Lugo als ein „einzigartiges und außergewöhnliches Beispiel für römische Militärfestungen“.

Die Stadtmauer ist imposant aber noch viel eindrücklicher finden wir die Catedral de Santa Maria.

Die Kathedrale wurde auf dem Grundriss eines lateinischen Kreuzes mit einer Länge von 85 Metern gebaut.

Das Hauptschiff wird mit einem Tonnengewölbe überdacht und von zwei Gängen eingefasst an die fünf Kapellen anschliessen.

Das Triforium weist dreifach spitzbogige Fenster auf. 

Sie ist prunkvoll mit Gold verziert und die Deckenbemalung ist wunderschön und auch gut erhalten.

Ich habe in der Kapelle keine Fotos gemacht da ich die Betenden nicht stören will.

Casa Familia Melide 25.10.2018

Für die heutige Nacht haben wir uns einen ganz speziellen Platz ausgesucht.

Das Casa Familia ist ein ganz kleiner Camping im Garten einer niederländischen Familie.

Er ist mit viel Liebe gestaltet und wir werden sehr freundlich empfangen.

Neben einer super sauberen Toilette und einer Dusche mit Regenbrause gibt es viel Platz im grossen Garten, ein Trampolin für Kinder und Schafe, Hühner und ein Pony.

Da die Familie Kinder hat und der Garten wirklich ein Erlebnissparadies ist können sich hier auch Familien mit Kindern sehr wohl fühlen.

In der Nacht hat es plötzlich gescheppert und das Pony hat, wohl wegen eines Hundes, kurzerhand das Tor zerschlagen.

Die Schafe haben sich die Gelegenheit natürlich nicht entgehen lassen und den grossen Garten in Beschlag genommen.

Einmal mehr sind wir sehr erstaunt über Mia und Spella. Sie haben die Tiere zurück ins Gatter getrieben als ob sie noch nie etwas anderes gemacht hätten.

Der Rest der Nacht verläuft ruhig und das Tor ist am Morgen schnell repariert.

Santiago de Compostela 26.10.2018

Santiago de Compostela ist sicher vielen bekannt.

  Es ist das Ziel der Pilger, die auf dem Jakobsweg ihre Pilgerreise antreten.

Es liegt im Nordwesten Spaniens,in der Provinz Galicien.

Dort findet sich die Kathedrale, die die Gebeine des Heiligen Jakobs beherbergt - so die Chroniken.

In Santiago wird auch die begehrte Compostela-Urkunde ausgestellt, die den Abschluss der Pilgerreise dokumentiert- vorausgesetzt,man hat genügend Stempel in seinem Pilgerpass gesammelt.

 

Das Grab des Apostels Jakobus wurde Anfang des 9. Jahrhunderts gefunden.

Die Kathedrale, wie man sie heute sieht, entstand im 11. und 12. Jahrhundert.

Im Mittelalter pilgerten mehr Menschen nach Santiago de Compostela, als nach Jerusalem. Dennoch blieb Santiago nur das zweitbedeutendste Pilgerziel der Christenheit, hinter der Grabeskirche von Jerusalem.

Im Mittelalter wuchsen Klöster und Kirchen um die Kathedrale herum.

Wir sind erstaunt wieviele Menschen den Pilgerweg begehen, vorallem sehen wir viele junge Frauen die den Weg alleine bestreiten.

Auf dem Praza Obradoira sehen wir erschöpfte Pilger die überglücklich die Kathedrale de Compostela erreicht haben und ihr wohlverdientes Selfie machen.

In der Altstadt reiht sich ein Shop an den Anderen und auch sonst ist alles sehr toristisch geprägt.

Nicht einmal vor den Kirchen wird Halt gemacht und es wird wie wild herumfotografiert.

Wir sind nicht gläubig aber bei uns hinterlässt diese ernorme Vermarktung einen fahlen Beigeschmack.

Muros 27.10.2018

Keine Ahnung wass ich zu diesem Ort in Galicien schreiben soll.

Ich dachte Norwegen und die Normandie wären die absoluten Highlights unserer Reise was Landschaften anbelangt und nun sitze ich in Galicien am Strand und komme aus dem Staunen nicht mehr heraus.

Die Rias Baixas im Südwesten von Galicien werden oft als die Fyorde Spaniens betitelt.

Mir gefällt dieser Titel nicht. Sie haben es nicht nötig als Fyorde angepriesen zu werden.

Sie sind die Rias, einzigartig, beeindruckend und wunderschön.

 

 

 

Unser Blick aus dem Bus an unserem heutigen Schlafplatz

Dunas de Corrubedo 27.10.2018

Heute wollen wir uns die vielgepriesenen Dünen von Corrubeda ansehen.

Der Spaziergang endet aber schon nach wenigen Metern und auf einem Schild wird bei recht hohen Strafen ein Betreten der Dünen verboten.

Obschon es einige Fussspuren die Dünen hinauf hat verzichten wir angesichts der sehr hohen Polizeipresenz in Spanien auf ein Weitergehen.

Corrubedo 27.10.2018

Wir fahren weiter nach Corrubedo und finden doch noch einen tollen Strand.

Wahrscheinlich auch nicht ganz legal aber die Hunde und wir geniessen es trotzdem.

Ribadeo 28.10.2018

Eigentlich wollen wir heute wieder einmal eine Wanderung unternehmen aber kaum sind wir auf dem Parkplatz angelangt regnet und stürmt es wie blöd.

Kilometerlang durch den Regen zu stapfen ist jetzt nicht so das Richtige also entscheiden wir uns für einen Stadtbummel in Ribadeo.

Obschon wir schon ein paar Städte in Spanien angesehen haben sind wir immer wieder beeindruckt von den alten Gebäuden, den engen Gassen und den Kirchen.

Ribadeo macht da keine Ausnahme.

Auch die spanische Lebensfreude spührt man in jeder Ecke. Die Terrassen der kleinen Tapasbars sind an diesem, jetzt wieder sonnigen, Sonntag gut gefüllt mit schick angezogenen Spaniern und wir sind in unseren Wanderklamotten wohl nicht gerade richtig angezogen.

Seis drum, wir geniessen trotzdem.

Abschied von Spanien 28.10.2018

Auch wenn es auf den Bildern nicht so aussieht wird es immer kälter und wir müssen uns langsam auf den Weg Richtung Süden machen.

Ich war eigentlich gar nicht begeistert von dem Gedanken längere Zeit in Spanien zu sein und nun würde ich sehr gerne noch viel länger bleiben.

Der Norden hat so gar nichts mit den überlaufenen Touriorten im Süden, die ich noch aus meiner Kindheit kenne, gemeinsam.

Es ist enorm wie vielseitig dieses Gebiet ist und jede Gegend hat sehr viel Schönes.

Meine persönliche Lieblingsgegend ist ganz klar Galicien.

Ich kann gar nicht beschreiben wie mich das Licht, die Luft, die Wellen, die Felsen, das Meer aber auch die Städte mit ihren freundlichen Menschen in ihren Bann gezogen haben.

 

Einem Vorurteil möchte ich hier noch widersprechen.Ich habe ständig gelesen, dass sobald man etwas ins Hinterland kommt alles verdreckt und marode sei, dies kann ich absolut nicht bestätigen.

Ich bin sehr erstaut wie sauber es überall ist.

 

Unsere Reise führt uns nun weiter nach Portugal.

Ob wir da wohl auch so positiv überrascht werden. Einfach wird es nicht in unsere Top 3 zu kommen.